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Kiel

29. Juni 2016 | 20:17 Uhr

Drei Syrer verhaftet : Sexuelle Übergriffe: Polizei ermittelt in Kiel und Flensburg

vom
Aus der Onlineredaktion

Seit an Silvester Frauen angegriffen wurden, ist die Polizei sensibilisiert. Nun wird auch in SH ermittelt.

Kiel | Nach den sexuellen Übergriffen an Silvester in Köln und Hamburg - vermutlich auch durch Flüchtlinge - ermittelt auch die Polizei in Schleswig-Holstein in mehreren Fällen.

Am Sonnabend soll es gegen 18 Uhr zu mehreren sexuellen Belästigungen unter Jugendlichen im Flensburger Campusbad gekommen sein. Das teilt die Polizei am Montag mit. Eine Gruppe von fünf Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren sei mehrfach aus einer Gruppe von fünf männlichen Jugendlichen sexuell bedrängt worden. Geschädigte und Zeugen meldeten die Vorfälle dem Bademeister, der umgehend die Polizei informierte. Die Personalien der Tatverdächtigen stehen fest. Sie sind zwischen 16 und 17 Jahren alt und kommen aus Afghanistan. Nachdem ihre Personalien aufgenommen wurden, seien sie wieder entlassen worden.

Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde bereits an Silvester eine 18-Jährige in Flensburg sexuell belästigt. Das teilt die Polizei am Montag mit. Die junge Frau befand sich demnach innerhalb einer größeren Menschenmenge an der Flensburger Hafenspitze, um in das neue Jahr zu feiern. Ihrer Aussage nach habe sich ihr eine Gruppe von sechs Männern zwischen 0 Uhr und 0.10 Uhr wiederholt genähert. Aus der Gruppe sei die Anzeigende festgehalten, geküsst und unsittlich berührt worden, schildert die Polizei. Die junge Frau habe sich gegen diese Übergriffe gewährt, bis die Täter von ihr abließen.

Die Personen werden von der Polizei wie folgt beschrieben: junge männliche Erwachsene, dunkle Haare, ausländisches Erscheinungsbild.

Nachdem ähnliche Vorfälle in Flensburg bislang nicht bekannt geworden waren, gab die Frau am vergangenen Freitag ihre Anzeige auf. Die Beamten des Kommissariats 2 der Bezirkskriminalinspektion Flensburg haben die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei bittet um Mithilfe. Hinweise werden unter 0461/4840 erbeten.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es in der Kieler Diskothek „Pumpe“ offenbar zu sexuellen Übergriffen einer Gruppe junger Flüchtlinge auf zumindest einen weiblichen Gast gekommen. Das teilt die Polizei am Montag mit. Die Tatverdächtigen seien bereits ermittelt worden, doch von dem Opfer fehlt der Polizei jede Spur.

Tatverdächtig sind drei Syrer im Alter von 16 bis 20 Jahren und zwei 17-jährige Ägypter. Zeugen hatten die Gruppe zuvor beobachtet, wie sie Frauen in der Diskothek unsittlich berührt und auch Diebstähle begangen haben sollen. Da sich bislang keine Geschädigten bei der Polizei gemeldet haben, werden Zeugen gesucht (Rufnummer der Polizei: 0431/1601210).

Ebenso bittet die Polizei um Hinweise auf einen Übergriff eines vermutlich marokkanischen Mannes auf eine 18-Jährige im Bereich der Bushaltestellen am Kieler Hauptbahnhof beziehungsweise der Buslinie 502. Die Schülerin gab gegenüber der Polizei an, am Sonntag gegen 14.15 Uhr am Sophienblatt auf ihren Bus in Richtung Strande gewartet zu haben, als sich ihr ein Mitte bis Ende 20 Jahre alter Mann näherte und sie bedrängte. Die junge Frau wandte sich an zwei andere Wartende, so dass der Mann von ihr abließ. Er bestieg anschließend allerdings gemeinsam mit ihr den Bus und fixierte sie dort mit Blicken bis sie den Bus an der Haltestelle Knorrstraße verließ.

Der Mann gab selbst an, 27 Jahre alt zu sein und aus Marokko zu stammen. Er soll etwa 180 cm groß und von schlanker Statur sein. Er hat schwarze, kurz gelockte Haare, braune Augen und trug eine dunkle Jacke. Auffällig waren seine gelben Zähne. Die beiden Wartenden an der Bushaltestelle sowie weitere Zeugen werden auch hier gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Reaktionen

„Das ist eine schreckliche Erfahrung für die betroffenen Badegäste“, sagt Campusbad-Geschäftsführer Andreas Ostmann. Das Bad werde im Sinne seiner Gäste künftig rigoros durchgreifen. Bei sexuellen Übergriffen werde ein Hausverbot erteilt und die Polizei informiert.

Enttäuscht ist auch Adalbert Schwede, Geschäftsführer der Pumpe. „Wir sind ein Kulturzentrum mit vielen Veranstaltungen, geben Sprachunterricht für Flüchtlinge. Und nun dieser Tritt ins Gesicht.“ Türsteher gab es an dem Abend mit „Alternativen Rock“ nicht, weil ein älteres Publikum erwartet wurde. „Es ist wohl scheinbar nötig, da neu zu denken und zu reagieren.“

Das Phänomen werde auch Schleswig-Holstein lange begleiten, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki. „Männer aus dem arabischen Raum sind anders erzogen. Sie kommen aus einer Macho-Kultur, die tendenziell homophob, frauenfeindlich und antisemitisch ist.“ Wichtig sei, dass die Täter vor Gericht kämen. „Ein Urteil hat Signalwirkung, zeigt, was gesellschaftlich geächtet ist.“ Falsche Toleranz sei fehl am Platz.

Die Polizei rät dazu, sich bei Vorfällen dieser Art bemerkbar zu machen und sich an Passanten zu wenden. „Geben Sie aufdringlichen Personen zu verstehen, dass Sie nicht angesprochen oder berührt werden wollen. Sollten Sie bedrängt werden oder sich bedroht fühlen beziehungsweise Zeuge eines solchen Vorfalls werden, informieren Sie unverzüglich über 110 die Polizei“, rät Polizeisprecher Matthias Arends.

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erstellt am 19.Jan.2016 | 08:16 Uhr

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