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Kiel

29. Juni 2016 | 20:17 Uhr

Ostseekai : Seefahrer erhalten eigene Lounge

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach einigem Hin und Her mit der Stadt wird jetzt gebaut: Die Tausenden Besatzungsmitglieder von Kreuzfahrern, die jedes Jahr in Kiel Station machen, bekommen eine Lounge - mit Internetanschluss und Einkaufsmöglichkeiten.

Rund 130 mal pro Jahr machen Kreuzfahrtschiffe in Kiel fest. Dabei erreichen nicht nur über 300 000 Passagiere die Landeshauptstadt, sondern auch mit jedem Schiff bis zu 1200 Besatzungsmitglieder. Besonders am Ostseekai in zentraler Stadtlage vermissten diese bislang ein Angebot der Seemannsmission, wie es in anderen Häfen üblich ist: mit internetfähigen Computern, Freizeitangeboten und Räumen für Gespräche. 526 dieser Center gibt es in 126 Ländern bereits, darunter auch in Hamburg. Dieses Anbot wird es nun auch in Kiel geben. Parallel zu den Sanierungsarbeiten an der Kaikante wird derzeit eine 122 Quadratmeter große Seefahrer-Lounge an das Terminalgebäude angebaut.

Kostenpunkt: 345 000 Euro. Mit 245 000 Euro Förderung an die Seehafen Kiel GmbH unterstützt das Land Schleswig-Holstein, vertreten durch das Wirtschaftsministerium, das Vorhaben.100 000 Euro steuert die Sektion Kiel der Deutschen Seemannsmission (DSM Kiel e. V.) bei , die sich wiederum für einen Förderbetrag von 50 000 Euro bei der internationalen Transportarbeitergewerkschaft ITF bedankt und weitere 50 000 Euro aus Spenden aufbringt.

Gebaut wird die Einrichtung von der Seehafen Kiel GmbH. Nutzer und Betreiber der Lounge ist jeweils in der Kreuzfahrtsaison für 20 Jahre die Seemannsmission Kiel. Vorerst für fünf Jahre übernimmt der Seehafen die Betriebskosten. „Im Mai 2014 soll Einweihung und Eröffnung sein“, freut sich DSM-Chef Jochen Hinz. Wenn die Lounge fertiggestellt ist, können die Seeleute neben der kostenfreien Internet-Nutzung auch sehr günstige Telefonkarten, asiatische und andere landestypische Lebensmittel und weitere Kleinigkeiten einkaufen. Sie bekommen auch Beistand bei Problemen an Bord oder in der Heimat.

Dabei galt es im Vorfeld viele Hindernisse zu überwinden. Zunächst hatte die Stadt die Baugenehmigung verweigert. Weil das erst vor sechs Jahren eingeweihte Terminal schon jetzt aus allen Nähten platzt, hat der Seehafen zum Entsetzen von Bürgermeister Peter Todeskino große Zelte zur Gepäckabfertigung aufstellen lassen, die den einst freien Blick auf die Förde verstellen. Todeskino wollte deshalb nicht noch einen isolierten Bau auf dem Hafenvorfeld, das schon jetzt durch zahlreiche Container verschandelt wird. Nach einigem Hickhack einigte man sich deshalb auf den Anbau, der sich harmonisch in den bestehenden Terminal-Gebäudekomplex einfügt.

Entsprechend entspannt ist mittlerweile das Klima zwischen Seemansmission, Stadt und Hafen GmbH: Bürgermeister Todeskino half in der Weihnachtszeit kräftig beim Punschverkauf zugunsten der Seefahrerlounge.

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erstellt am 09.Apr.2014 | 05:23 Uhr

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