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Kiel

24. März 2017 | 21:06 Uhr

Von Wellsee nach Melsdorf : Scheidt & Bachmann unterschreibt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es dauert noch 18 Monate, bis das neue interkommunale Gewerbegebiet – das sich Kiel und der kleine Nachbar Melsdorf teilen – fertiggestellt wird. Gestern aber gab es bereits die Unterschrift eines umzugswilligen Unternehmens.

Vor wenigen Wochen erst gab’s eine kleine Feierstunde im Melsdorfer Rathaus. Bürgermeisterin Anke Szodruch stellte gemeinsam mit ihrem Kieler Amtskollegen, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, das geplante „interkommunale Gewerbegebiet“ vor. Ein solches Projekt hatte es seit über 20 Jahren nicht gegeben. Der Bedarf ist offenbar vorhanden. Gestern unterschrieb das Unternehmen Scheidt & Bachmann den Kaufvertrag für das erste Grundstück – im Herbst 2018 will der Betrieb von Kiel-Wellsee vor die Tore der Stadt nach Melsdorf umziehen.

Die Kieler Scheidt & Bachmann System Technik ist quasi die zivile Tochter der einstigen Firma Radarleit (Thales ist der militärische Erbe). Mit seinen gegenwärtig 85 Mitarbeitern entwickelt das Unternehmen, das heute zum Mönchengladbacher Konzern von Scheidt & Bachmann gehört, Leit- und Sicherungstechnik für die Bahn. Dazu gehören beispielsweise elektronische Stellwerke für den Rangierbetrieb, Programme für den laufenden Bahnbetrieb oder auch die IT-gestützte Begleitung des Güterverkehrs.

Werner Kässens, Chef der Kieler Wirtschaftsagentur (KiWi), hatte schon in Melsdorf erklärt, dass bereits etliche alt eingesessene Kieler Betriebe für das neue Gewerbegebiet angefragt hätten. Am alten Ort fehlen ihnen schlichtweg die Erweiterungsmöglichkeiten. Das gilt auch für Scheidt & Bachmann. Nach den Worten der Geschäftsführer Heinz Laumen und Hermann Becker will man auf ungefähr 100 Köpfe aufstocken.

Wichtig ist ihnen dabei die Nähe zur Kieler Universität und zur Fachhochschule, die Absolventen der technisch-wissenschaftlichen Studiengänge werden gebraucht, um die lukrativen Aufträge mit der Hamburger Hochbahn oder den Ungarischen Staatsbahnen abzuwickeln.

Und immerhin: Der neue Standort Melsdorf bietet den künftigen Mitarbeitern neben der Autobahnnähe einen eigenen Bahnhof und eine Busverbindung im 30-Minuten-Takt. In Wellsee dagegen kommt der Linienbus nur einmal in der Stunde vorbei. Die Entscheidung des Betriebes für den Umzug wertet Kässens mit den gleichen Worten wie Anke Szodruch: „als Signal in Richtung Wachstumskurs und sichere Arbeitsplätze.“

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erstellt am 16.Mär.2017 | 12:41 Uhr

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