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Kiel

10. Dezember 2016 | 21:42 Uhr

Sicherheit hat Vorrang : Riesenaufwand für das Riesenschiff

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf die Anläufe der 333 Meter langen „MSC Fantasia“ im nächsten Jahr bereitet sich der Kieler Hafen erstmals mit dem Schiffssimulator vor. An der Hochschule in Flensburg lässt sich risikolos üben, wie bei unterschiedlichem Wind und Wetter das Anlegen gelingt.

Groß, größer, am größten: Der Kieler Hafen bereitet sich auf neue Herausforderungen vor, wenn im nächsten Jahr die „MSC Fantasia“ regelmäßig in die Förde einlaufen wird. 333 Meter lang und 38 Meter breit ist der Kreuzfahrtriese der italienischen Reederei MSC Crociere. Damit nichts schief gehen kann mit der Einfahrt, dem Anlegemanöver und dem Drehen in der schmalen Förde, plädiert die Hafenbehörde für einen ausgiebigen Testlauf – am Schiffssimulator der Hochschule in Flensburg. Sicherheit kostet Geld: Gut 46  000 Euro hat die Stadt bereitgestellt.

Ende April 2017 wird die „MSC Fantasia“ erstmals die Förde ansteuern und Kiel dann für die gesamte Saison zum Basishafen machen. Aus praktischen Gründen gibt es nur zwei mögliche Anlegestellen für den Giganten: Liegeplatz 1 im Ostuferhafen sowie der favorisierte Liegeplatz 27 am südlichen Ostseekai. Exakt 1637 Kabinen bietet der Luxusliner und Platz für nahezu 4000 Passagiere.

Nicht ohne Grund spricht Ulf Jahnke vom Kieler Seehafen von einem „Quantensprung“. Immerhin ist die „MSC Fantasia“ 40 Meter länger als die bisherigen Kreuzfahrer. „Wir stoßen noch nicht an die Grenzen des in Kiel Machbaren“, heißt es in der Vorlage von Stadtrat Wolfgang Röttgers. Er beruft sich auf Hafenkapitän Michael Schmidt, wenn er fortfährt: „Wir nähern uns diesen Grenzen aber mit großen Schritten.“

Bei der Computersimulation geht es laut Schmidt ausdrücklich nicht um eine Machbarkeitsstudie. Denn dass der Kieler Hafen auch Schiffsriesen abfertigen könne, habe man mit der „Regal Princess“ in der Saison 2015 bereits bewiesen. Der Kreuzfahrer, von den Ausmaßen knapp größer als die „MSC Fantasia“, war kurzfristig von Rostock nach Kiel umgeleitet worden – alles verlief problemlos. Sinn des neuen Verfahrens ist die Simulation unter verschiedenenen Witterungs- und Wetterverhältnissen und in der Auswertung dann die Festlegung auf ein Standardmanöver für sicheres An- und Ablegen. „Ein solches Verfahren ist in vielen Häfen, zum Beispiel in Hamburg, gängige Praxis“, schreibt Röttgers.

Die „MSC Fantasia“ wurde bereits 2008 von Sophia Loren getauft. Mit der „MSC Splendida“ (2009) besitzt sie ein baugleiches Schwesterschiff. Doch die Grenzen des Schiffbaus sind mit diesen beiden Kreuzfahrern nicht erreicht. Bereits die „MSC Divina“ (2012) fiel etwas größer aus, und mit der „MSC Meraviglia“ mit ihren 2250 Kabinen rüstet die Reederei noch einmal auf. Von der Brutto-Raumzahl (167  000 Tonnen) übertrifft sie die „Fantasia“ (138  000) deutlich. Allerdings: So schnell kommt die „Meraviglia“ nicht nach Kiel, sie kreuzt zunächst im Mittelmeer.

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erstellt am 05.Okt.2016 | 19:29 Uhr

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