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Kiel

09. Dezember 2016 | 10:50 Uhr

MarionettenBau : Revolverheld lässt Kieler Puppen tanzen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Video zu „Lass uns gehen“ machte den Marionettenbauer Peter Beyer deutschlandweit bekannt. Dank Unterstützung Wirtschaftsakademie wagte der 53-Jährige jetzt den Sprung in die Selbstständigkeit.

Peter Beyer kann sich gut an das Gespräch erinnern. Ein befreundeter Puppenspieler bat ihn um kollegiale Hilfe. Revolverheld, eine der angesagtesten deutschen Bands, brauchte für ihr Video zum Hit „Lass uns gehen“ unbedingt passende Marionetten. Allerdings blieben für die Umsetzung nur drei Wochen Zeit. „Wir haben Tag und Nacht gearbeitet“, sagt Beyer. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Mit dem Video der vier Revolverhelden wurde der Kieler Marionettenbauer im Herbst 2014 deutschlandweit bekannt – und der 53-Jährige konnte sein langjähriges Hobby zum Beruf machen.

Mit Unterstützung des Gründungszentrums „Leuchtturm Kiel“ der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein richtete sich der gelernte Tischler und Sozialpädagoge neu aus. Insofern war der Song „Lass uns gehen“ auch für Beyer bedeutungsvoll: Auf zu neuen Ufern. „Für mich war anfangs vieles Neuland. Einen Businessplan zu erstellen war zum Beispiel nicht einfach“, gibt er zu. Gemeinsam mit dem Coach Carsten Reimers wurden die Ideen konkretisiert, die Marktchancen analysiert und ein Rentabilitätsplan aufgestellt.

Marionettenbau und Workshops mit Kindern gehören schon seit 35 Jahren zu seinem Leben. „Mich reizt insbesondere, dass ich verrückte Sachen umsetzen kann“, beschreibt Peter Beyer seinen eigenen künstlerischen Ansatz. Das Besondere an seiner Marionettenwerkstatt: Die Materialien, die er verwendet, werfen andere Menschen in den Müll – bei Beyer erhalten sie wieder eine Bedeutung. „Upcycling“ lautet der neudeutsche Begriff für das Wieder-Nutzbar-Machen dieser nur scheinbar wertlosen Gegenstände.

Wer genau hinschaut beim Revolverheld-Video, kann es auch erkennen. Die Köpfe der vier Marionetten-Musiker – nachempfunden den Gitarristen Johannes, Kristoffer und Niels sowie dem Schlagzeuger Jakob – entstammen ausrangierten Heinz-Ketchup-Flaschen. Hölzern sind nur die Hände der Puppen-Musiker und Teile des Körpers. „Das war damals ein riesiger Aufwand“, erinnert sich Beyer an die Herstellung. „Die Drehtage standen lange im Voraus fest. Wir schafften eine Punktlandung.“ Puppen und auch das aufwendige Bühnenbild wurden exakt zum ersten Dreh fertig.

Es war damals noch ein fünfter Kopf dabei – doch der Roadie fiel letztendlich der Video-Regie zum Opfer. Gedreht wurde im niedersächsischen Seevetal und anschließend im Studio. Die Revolverheld-Marionetten aus der Kieler Werkstatt sind seitdem allen RH-Fans bekannt. Mittlerweile träumt Peter Beyer bereits von neuen Projekten: von einem eigenen Zirkuszelt für Veranstaltungen oder auch von einem bundesweiten Puppenspieler-Treffen an der Förde.

> Wer mehr über Peter Beyer Projekte erfahren möchte, kann sich auf der Seite www.marionettenwerkstatt-kiel.de umsehen. Weitere Infos über das Projekt „Leuchtturm“ der Wirtschaftsakademie SH gibt es bei Natascha Kuhlmann, Tel. 04 31  /  30 16 – 135, E-Mail natascha. kuhlmann@wak-sh.de und im Internet unter www.wak-sh.de/leuchtturm-kiel.

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erstellt am 26.Apr.2016 | 23:10 Uhr

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