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Kiel

03. Dezember 2016 | 12:32 Uhr

Final Escape : Rettet Sherlock Holmes vor dem Strick!

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Final Escape“ bietet Rollenspiele nach historischem Muster an. Besucher können aus dem Stasi-Knast ausbrechen oder nach einem verschollenen Gemälde fahnden. Das jüngste Abenteuer widmet sich dem berühmten Meisterdetektiv aus London.

An der Backsteinwand über dem Kamin hängen Geweihe und ausgestopfte Tiere. Ein zimmerhohes dunkles Regal beherbergt Hunderte alter Bücher. Auf dem Tisch in der Mitte liegt ein Krummdolch, den vielleicht Dr. Watson von seinen Asien-Expeditionen mitgebracht hat. Und auf dem Ohrensessel mit abgewetzter Sitzfläche hat Sherlock Holmes dann wohl seine Pfeife angezündet, um bei Tabakdunst mit verblüffender Logik die dunkle Seite der Gesellschaft zu erforschen.

Um den berühmtesten Detektiv der Literaturgeschichte ist es jetzt aber schlecht bestellt. Er wird – die schlecht ausgebildete Londoner Polizei war ihm schon immer suspekt – des Mordes angeklagt. Ihm droht der Tod durch den Strick. Einziger Ausweg: Seine Anhänger müssen in Holmes’ Wohnzimmer an der Baker Street 221  B nach Indizien für die Unschuld des großen Meisters suchen. Die Zeit drängt: Sie haben nur eine Stunde Zeit, den Meisterdetektiv zu retten.

So sieht das Szenario aus, mit dem „Final Escape“ in diesen Tagen seine Rätselpalette erweitert (siehe gesonderte Info weiter untern). Die Idee, klassische Abenteuer in gemeinschaftlicher handwerklicher Detektivarbeit zu ergründen und zu bestehen, stammt ursprünglich aus dem fernen Osten, wie Robert Schneider erzählt. Über Moskau und Budapest erreichte das Konzept dann auch den Westen. Den ersten Laden eröffnete Alexander Miropolski als „Final Escape 2.1“ in Berlin, Schneider folgte mit dem „Final Escape 2.2“ in Kiel. Das ist kein Zufall: Die beiden heutigen Geschäftsführer kennen sich aus gemeinsamen Studienjahren an der FH in Kiel und arbeiten noch heute eng zusammen.

„Die Rätsel sind nicht einfach zu entwickeln“, plaudert Schneider aus dem Nähkästchen. Sie sollen aufwändig genug für ein anspruchsvolles Publikum sein, technische Raffinessen enthalten und zudem im Kern eine authentische historische Story besitzen. Flohmärkte, wo man entsprechendes antikes Inventar für Holmes’ Wohnzimmer preiswert erstehen kann, steuern Schneider und seine Mitarbeiter regelmäßig an. Auch Ebay-Kleinanzeigen sind dem Geschäftsführer aus dem gleichen Grunde Gold wert.

Vor einem Jahr hat Schneider die Räume an der Faulstraße im Kieler Zentrum angemietet und für sein „Escape“-Zentrum umgebaut. Neben den drei aktuellen Rätselzimmern – Sherlock Holmes, Stasi-Knast und Galerie – hat er auch einen „Captain’s Room eingerichtet. Vor alten Porträts, Schiffsmodellen und einer wandgroßen Weltkarte können sich größere Gruppen zu Tagungen zusammenfinden und abwechselnd ihren Spürsinn testen.

Eine Stunde ist natürlich nicht viel Zeit für erfolgreiche detektivische Arbeit. Weshalb ein „Supervisor“ dem ratlosen Team mitunter mit gezielten Hinweisen auf die Sprünge hilft. Diese Überwachung stärkt nach Erfahrung von Schneider selbst Personen, die unter Raumangst leiden, den Rücken. Wissen sie doch, dass sie im Notfall auf den roten Knopf drücken können und sich dann alle Türen sofort öffnen. Aber bislang haben von dieser Möglichkeit nur zwei, drei Personen Gebrauch machen müssen. Alle anderen halten durch. Stolz sind sie, wenn sie die Lösung finden – und dem berühmten Sherlock Holmes damit das Leben retten.  

FINAL ESCAPE: WEITERE INFOS

In den angemieteten Räumen an der Faulstraße 12/18 im Kieler Zentrum stellt „Final Escape“ seine Gäste vor Rätselaufgaben im klassischen Ambiente. So können sich die Besucher etwa in zwei Zellen der ehemaligen DDR-Staatssicherheit (Stasi) einsperren lassen und nach erfolgreicher Erkundung den Weg ins Freie antreten. Das Besondere: Der Ausbruch gelingt nur in Gemeinschaftsarbeit, alleine schafft es niemand.

Ähnlich ist das Muster der zweiten Aufgabe: Einem geheimen Tipp zufolge soll sich ein berühmtes, seit Jahrzehnten verschollenes Gemälde in einer Galerie verbergen. Erst nach kniffligen Tricks gelingt die Enttarnung des Verstecks. Die Rettung von Sherlock Holmes als drittes Rätsel läuft in diesen Tagen an, und noch vor Weihnachten soll mit „Kolumbus’ letzte Fahrt“ das vierte Abenteuer folgen.

Alle Aufgaben sind für zwei bis vier Personen konzipiert und dauern eine Stunde. Die Kosten betragen 79 bis 99 Euro pro Rätsel. Anmeldung ist möglich unter Tel. 0431  /908  98  117 oder im Internet: www.final-escape.com

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erstellt am 28.Sep.2016 | 18:17 Uhr

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