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Kiel

10. Dezember 2016 | 21:39 Uhr

Regen treibt die Gäste ins Museum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Durchwachsenes Sommer-Wetter: Beliebt ist zurzeit alles, was überdacht ist / Am Förde-Ufer bleiben dagegen viele Strandkörbe leer

Drei weiße Kugeln, übereinandergestapelt, in einer Pfütze auf dem Kieler Wochenmarkt – unschwer ist zu erkennen, was das sein soll: Schneemänner. Mitten im August. Auch wenn es keine Schneekristalle waren, die der Kieler Arne Eichberg auf dem Exerzierplatz fotografiert hat, sondern Hagelkörner – das Foto macht deutlich, wie vielen Menschen zurzeit zumute ist: Das kühle, wechselhafte Wetter fühlt sich nicht nach Sommer an. Temperaturen im niedrigen zweistelligen Bereich, Regenschauer und Wind machen sich im ganzen Land und natürlich auch in Kiel bemerkbar. Museen und auch Kinos verzeichnen stärkeren Zulauf. Und es wird mehr geshoppt als gebadet.

Halb so viele Tagesgäste wie im vergangenen Sommer verzeichnet Nicole Huß von der Strandkorbvermietung in Kiel-Schilksee derzeit. Etwa ein Drittel ihrer 180 Strandkörbe stehen den Tagesgästen zur Verfügung. „Die Vermietung läuft eher schleppend. Es sind schon Feriengäste da, aber deutlich weniger“,berichtet Huß. Die übrigen Körbe hätten Dauermieter belegt. Das angeschlossene Restaurant „rettet das Ganze“, sagt Nicole Huß, die das Wetter nicht nur mit Fassung trägt, sondern mit Humor nimmt: „Das Wetter ist ja nie stabil. Auch mit solchen Jahren muss man rechnen“, sagt sie.

Auch im einzigen Freibad Kiels – Katzheide in Gaarden – bleibt es an Tagen wie diesen recht leer – „die zumeist jungen Gäste und Familien kommen eben nicht, wenn es morgens nur 10 Grad warm ist und Regen vorhergesagt wird“, teilt Arne Gloy vom Presseamt mit.

Die Stadt profitiert aber durchaus auch vom herbstlichen Wetter. Während im Juli letzten Jahres exakt 12 869 Wasserfreunde in der Schwimmhalle Schilksee ihre Bahnen zogen, waren es im wettermäßig durchwachsenen Juli dieses Jahres 14  108 Schwimmer. Das Stadtmuseum Warleberger Hof hatte Gloy zufolge in der vergangenen Woche mit 304 Besuchern etwa zehn Prozent mehr Zulauf als in der Vergleichswoche im Jahr 2015 (270), das Schifffahrtsmuseum Fischhalle verzeichnete im selben Zeitraum mit 1057 Gästen etwa 25 Prozent (2015 : 800) und die Museumsbrücke mit 596 Besuchern sogar ein Plus von 100 Prozent (2015: 296). Bei Fischhalle und Museumsbrücke dürften neben den längerfristig in Kiel und der Umgebung urlaubenden Touristen auch die Kreuzfahrtpassagiere zu den Steigerungen beigetragen haben, vermutet der Sprecher. Mehr Interesse verzeichnet aber auch die Stadtgalerie – „wie immer, wenn das Wetter schlechter ist“, fasst Arne Gloy zusammen.

Anstatt abends auf dem Balkon, der Terrasse oder im Biergarten zu sitzen, gehen die Kieler und Kiel-Besucher im Sommer häufiger ins Kino, bestätigt Jan-Per Sellmer, der Theaterleiter des „CinemaxX“ in    Kiel: „Wir verzeichnen in diesem August deutlich höhere Besucherzahlen als im Vorjahreszeitraum. Dies liegt zum einen an der Filmware, zum anderen an den kälteren Temperaturen und verregneten Sommertagen in diesen Ferien“, berichtet er. Konkrete Besucher-Zahlen auf lokaler Ebene wollte das Kino gestern allerdings nicht nennen.

In der Tourist-Information Kiel „merken wir das schlechte Wetter sehr deutlich – und zwar für den Shop im positiven Sinne“, sagt Eva-Maria Zeiske von Kiel-Marketing. „Es kommen wesentlich mehr Besucher in die Tourist-Information. Es wird sehr viel gekauft.“ Die Gäste ließen sich intensiv beraten über Alternativ-Angebote bei schlechtem Wetter. Beliebt sei momentan grundsätzlich alles, was überdacht ist: Sightseeing-Bustouren, Hafenrundfahrten, Museen, das Ehrenmal in Laboe. „Auch Anfragen für Tagesausflüge ins weitere Umland nehmen durch das schlechte Wetter zu“, berichtet Eva-Maria Zeiske. Bei den die Buchungen mache sich das herbstliche Wetter hingegen nicht bemerkbar: „Keine Stornierungen. Ferienwohnungen und Privatunterkünfte sind ausgebucht, Hotelzimmer vereinzelt zu haben.“





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erstellt am 12.Aug.2016 | 06:04 Uhr

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