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Kiel

05. Dezember 2016 | 01:37 Uhr

Feuer in Ladenzeile bei Kiel : Prozess um die Brandstiftung von Altenholz: Urteil fällt am Dienstag

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Angeklagte soll 2014 einen Müllcontainer angezündet haben. Das Feuer zerstörte ein Einkaufszentrum in Altenholz. Doch an seiner Schuld gibt es Zweifel.

Kiel | Immer noch kein Urteil im Prozess um die schwere Brandstiftung in Altenholz vom November 2014 – doch das Ende ist in Sicht. Am kommenden Dienstag werden vor dem Amtsgericht die Plädoyers gesprochen, am gleichen Tag noch soll das Urteil folgen.

Bei einem Großbrand in einem Supermarkt in Altenholz (Kreis Rendsburg-Eckernförde) war ein Millionenschaden entstanden. Seit Beginn des Prozesses gibt es Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Die Richterin rügte die schlampigen Ermittlungen der Polizei.

Angeklagt ist der 23-jährige K., der auch bereits zehn Wochen lang in Untersuchungshaft gesessen hatte. Er selbst bestreitet allerdings die Tat, und die Zweifel an seiner Schuld sind von Tag zu Tag gewachsen. Zudem ist mit P., einem ehemaligen Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Knoop, ein neuer Verdächtiger benannt worden. Er soll sich zumindest mit der Tat gebrüstet haben.

Die Staatsanwaltschaft versuchte am Mittwoch, mit weiteren Beweisanträgen diese überraschende Verfahrenswendung zu erschüttern und P. als unschuldig zu beschreiben. Er habe zum Tatzeitpunkt gegen 4 Uhr morgens im Bett gelegen und erst per SMS von dem Feuer in der Ladenzeile des Ortes erfahren. „Von erheblicher Bedeutung“ seien deshalb neue Zeugenaussagen.

Doch die Verteidigung widersprach: Eine mögliche Unschuld von P. habe keinerlei Bedeutung für den laufenden Prozess. Für die Öffentlichkeit sei es zwar spannend zu erfahren, wer den Brand gelegt habe, räumte Anwalt Urs-Erdmann Pause ein. Doch im konkreten Fall gehe es eben um K. – und allein um dessen Unschuld.

Die Richterin folgte den Argumenten der Verteidigung und verwarf sämtliche vier Anträge der Staatsanwaltschaft, die wiederum mit einem offiziellen Widerspruch antwortete. Doch es half nichts: Das Amtsgericht schloss die Beweisaufnahme ab.

Am Dienstag ab 11 Uhr folgen im Amtsgericht die Plädoyers und dann das Urteil. Ob dann allerdings die verheerende Brandstiftung mit ihrem Millionenschaden aufgeklärt ist, bleibt fraglich.

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