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Kiel

10. Dezember 2016 | 17:40 Uhr

Größte Segelyacht der Welt : Probefahrt für „Sailing Yacht A“: Die Ostsee ist zu klein für das Riesenschiff

vom
Aus der Onlineredaktion

Die futuristische Luxusyacht war auf Erprobungsfahrt. Wenn sie fertig ist, könnte es Probleme geben.

Kiel | Die größte Segelyacht der Welt ist am Dienstag zu ihrer nächsten Probefahrt in die Ostsee gestartet. Der Schlepper „Holtenau“ zog die knapp 143 Meter lange „Sailing Yacht A“ am Morgen aus dem Dock der Kieler Werft German Naval Yards. Am Vormittag war das Schiff auf der Ostsee unterwegs, am Spätnachmittag gegen 17 Uhr lief sie wieder im Kieler Hafen ein. Ob und wann das Schiff die Ostsee verlassen wird, sei bislang unklar, berichtet der NDR. Das Problem: Die pompöse Yacht ist zu groß.

Die riesige Yacht wird seit vier Jahren in Kiel gebaut. Das Projekt wurde jahrelang geheimgehalten. Seit dem vergangenen Jahr ist das Schiff jedoch zu groß, um es zu verstecken. Die Kieler gaben ihm den Namen „White Pearl“ - inzwischen ist das Schiff aber grau.

Die Brücken über den Nord-Ostsee-Kanal, den Großen Belt oder den Öresund sind laut NDR zu niedrig für das Schiff: Die Masten der „Sailing Yacht A“ enden in etwa 100 Metern über der Wasserlinie - der Großmast der „Gorch Fock“ ist 45 Meter hoch. Die einzige Möglichkeit, die Ostsee zu verlassen: der Drogden-Sund. Dort verläuft der Öresundtunnel, der ab der Insel Peperholm mit der Öresundbrücke fortgesetzt wird. Doch auch das wird knapp. Der Sund ist für Schiffe bis zu einem Tiefgang von höchstens acht Metern ausgelegt - genau so viel hat die „Sailing Yacht A“. Bei einer Durchfahrt des Schiffes müsste eine Landebahn des Internationalen Flughafens Kopenhagen-Kastrup aus Sicherheitsgründen gesperrt werden - denn das Schiff würde die Einflugschneise kreuzen.

 

In den kommenden Tagen steht eine Reihe von Erprobungen an. Experten gehen davon aus, dass diese mehrere Tage oder sogar Wochen dauern könnten. Denn ehe die Yacht ihrem Besitzer übergeben werden darf, gibt es mehrere Tests – zum Beispiel zur Fahrtauglichkeit. Das sei vergleichbar mit dem Tüv beim Auto, dauert nur deutlich länger. Erst ganz am Schluss werden erfahrungsgemäß die Segel gesetzt. Wann genau das sein wird, ist noch unbekannt.

Auftraggeber des keilförmigen Dreimasters mit futuristischem Design ist der russische Milliardär Andrej Melnitschenko. Bereits vor gut einem Jahr war die Yacht der Superlative für eine erste Probefahrt zu Wasser gelassen worden. Die Werft selbst äußert sich zu möglichen Probefahrten auf Nachfrage nicht. Der russische Milliardär Melnitschenko hatte sich Ende August persönlich vom Baufortschritt überzeugt.

<p>Der Schlepper „Holtenau“ zieht die futuristische „Sailing Yacht A“ aus dem Kieler Dock bei German Naval Yards.</p>

Der Schlepper „Holtenau“ zieht die futuristische „Sailing Yacht A“ aus dem Kieler Dock bei German Naval Yards.

Foto: Rolf Dunkel

Die „Sailing Yacht A“ ist deutlich größer als der mit 117 Metern Länge größte „Windjammer“ der Welt, die „Sedov“ aus Russland. Die unter der Baunummer 787 gebaute Luxuxyacht der Kieler Bauwerft German Naval Yards misst 142,81 Meter in der Länge und eine Breite von knapp 25 Metern. Die Masten des Neubaus sind etwa 90 Meter hoch. Zum Vergleich: Der Großmast des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ bringt es auf rund 45 Meter.

Die Baukosten der „A“, die über acht Decks verfügt, soll bei etwa 400 Millionen Euro liegen. Wann die Abgabe der Luxusyacht an den Eigentümer erfolgen wird, ist nicht bekannt. Der an Nobiskrug erteilte Bauauftrag des russischen Milliardärs wird an der Kieler Schwesterwerft ausgeführt.

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erstellt am 04.Okt.2016 | 11:21 Uhr

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