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Kiel

05. Dezember 2016 | 05:36 Uhr

Polizei soll Kurzversion des G36 bekommen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Landespolizei wird nicht mit der Bundeswehr-Variante des Sturmgewehrs G36 ausgestattet. Geprüft werde die Beschaffung der kürzeren Variante „G36c“, sagte Innenminister Stefan Studt (SPD) in einer Aktuellen Stunde des Landtags. Die Waffe mit dem Kaliber 5,56 Millimeter ist nach Angaben des Herstellers Heckler & Koch „entwickelt für spezielle taktische Einsatzzwecke polizeilicher und militärischer Spezialeinsatztruppen“.

Nach der Festnahme von drei mutmaßlichen IS-Terroristen im Norden vergangene Woche diskutierte der Landtag in Kiel gestern über die Terrorabwehr. Eine Entscheidung über die Beschaffung neuer Waffen hatte die Koalition am Dienstag auf eine der nächsten Sitzungen vertagt. „Wir haben die Notwendigkeit einer weiteren Anpassung der Ausstattung erkannt“, sagte Studt. Klar ist nach den Beschlüssen der Koalition, dass die Beamten neue Schutzwesten, -helme und -brillen erhalten sollen. Insgesamt sollen 14 Millionen Euro in ein Sicherheitspakt für die Polizei fließen.

CDU und FDP warfen der Regierung vor, die Ausrüstung der Polizei im Land angesichts der Terrorgefahr nicht schnell genug zu verbessern. Der FDP-Innenpolitiker Ekkehard Klug warf Studt vor, sich mit seinen Plänen im Kabinett nicht durchgesetzt zu haben. Nicht nur bei der Schutzausrüstung, auch bei der Bewaffnung müsse nachgelegt werden, sagte der CDU-Abgeordnete Axel Bernstein.

Redner der Koalition wiesen die Kritik zurück. Die Landespolizei sei „sehr gut aufgestellt“, sagte SPD-Fraktionschef Ralf Stegner. Ein Waffenkauf werde nun „in aller Ruhe“ geprüft. Die Landespolizei müsse im normalen Einsatz weiter ihr „bürgerliches Gesicht“ behalten, mahnte Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben. Die Piraten lehnen den Kauf von Sturmgewehren für die Streifenwagen zwischen Nord- und Ostsee ab. Ohne entsprechende Ausbildung und regelmäßiges Training seien Langwaffen in den Händen von Streifenpolizisten völlig nutzlos, wenn nicht sogar gefährlich, sagte die Piraten-Abgeordnete Angelika Beer.

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erstellt am 21.Sep.2016 | 13:02 Uhr

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