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Kiel

06. Dezember 2016 | 15:10 Uhr

Kriminalstatistik : Oft genug bleiben die Täter ungestraft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In der Landeshauptstadt Kiel ist die Aufklärungsquote bei Straftaten vergleichsweise schlecht. Das lässt sich aus der jüngsten Kriminalstatistik herauslesen. Aber: Insgesamt hat sich die Zahl der Delikte seit 2005 kräftig verringert.

Die Polizei hat genau Buch geführt. Genau 26  078 kriminelle Delikte wurden im vergangenen Jahr registriert – vom Diebstahl über Sachbeschädigung und Betrug bis zum Mord. Damit wuchs die Anzahl der Fälle gegenüber 2014 (24  380) um 6,9 Prozent. Allerdings: Im Zehn-Jahres-Vergleich hat sich die Zahl der Straftaten fast um ein Fünftel reduziert. Kiel ist also spürbar sicherer geworden. Mit der leicht gestiegenen Aufklärungsquote auf 46,9 Prozent kann die Stadt jedoch kaum punkten – Kiel liegt noch weit unter dem Landesdurchschnitt von 52,1 Prozent.

Das gaben Thomas Bauchrowitz als Leiter der Polizeidirektion Kiel und sein Stellvertreter Frank Matthiesen gestern bekannt. Besondere Bauchschmerzen bereiten ihnen aktuell die steigende Zahl der Wohnungseinbrüche (926 Fälle ist der höchste Wert seit 2006) und die um 40 Prozent (!) gewachsene Zahl der Fahrraddiebstähle – 3128 bekannt gewordene Fälle summieren sich mittlerweile auf ein Schadenvolumen von 1,3 Millionen Euro.

Mit 123 Fällen hat sich die Zahl der Zahl der Brandstiftungen gegenüber dem Vorjahr (61) mehr als verdoppelt. Allerdings gab es bereits Festnahmen. „Die Serie von 50 Pkw-Bränden in Mettenhof und Dietrichsdorf ist mittlerweile aufgeklärt“, betont Bauchrowitz und ergänzt: „Die Verurteilung von drei Tätern zu langjährigen Haftstrafen setzt ein Zeichen.“

Bei den einzelnen Delikten zeigen sich große Unterschiede. Sowohl bei den absoluten Fallzahlen als auch bei der Täterermittlung. Beispiel Diebstahl: Mit 13  549 Fällen stellt dieser Bereich den Löwenanteil aller erfassten Taten (nahezu 52 Prozent). Beim einfachen Ladendiebstahl (2257 Fälle) liegt die Aufklärung bei 92 Prozent, beim Kfz-Diebstahl (101) sind es 25 Prozent, beim genannten Drahteselklau jedoch nur magere 5 Prozent.

Sogenannte „Rohheitsdelikte“ sind weniger geworden, allein beim Raub (254 Fälle) gibt es einen Rückgang um 16 Prozent. Die „Straftaten gegen das Leben“ haben sich von sieben auf drei Fälle reduziert, dafür hat sich die Zahl der Drogentoten von sieben auf 14 verdoppelt. Die Polizeibilanz räumt auch mit dem Vorurteil auf, wonach die Gefahr für Frauen und Mädchen wächst. Tatsächlich ist die Zahl der sexuellen Übergriffe im vergangenen Jahr von 160 auf 151 gesunken.  

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erstellt am 10.Mai.2016 | 18:25 Uhr

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