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Kiel

02. Dezember 2016 | 21:10 Uhr

JObsuche in Kiel : Niedrigste Arbeitslosigkeit seit 1992

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

11 750 Frauen und Männer sind in der Landeshauptstadt aktuell auf Jobsuche. Das ist der beste Wert seit nahezu 25 Jahren. Doch es gibt ein dickes Aber: Den guten Statistik-Zahlen steht die wachsende Unterbeschäftigung entgegen.

Erstmals seit einem Vierteljahrhundert liegt die Zahl der Arbeitslosen in der Landeshauptstadt wieder unter 12  000. Die aktuelle Quote beträgt 8,8 Prozent. Zum Vergleich: Im Advent 2015 waren es noch genau 10 Prozent. So niedrig wie Ende November fiel die Arbeitslosigkeit in der Stadt Kiel zuletzt im Dezember 1992 aus.

Doch gleichzeitig registriert die Agentur für Arbeit in Kiel gegenwärtig eine wachsende Zahl an Personen, die auf Dauer vom Arbeitsmarkt abgekoppelt werden. Vier von fünf Menschen, die an der Förde einen Arbeitsplatz suchen, werden nicht mehr von der Agentur für Arbeit, sondern vom Jobcenter betreut. Die allermeisten von ihnen erhalten kein Arbeitslosengeld mehr, sondern Hartz  IV.

Aktuell sind bei der Agentur 11  750 Frauen und Männer ohne Beschäftigung registriert, das sind 700 weniger als noch im September. Diese Zahl wertet Petra Eylander, die Kieler Agentur-Chefin, als Erfolg. Das Weihnachtsgeschäft mit Einstellungen im Handel und im Bereich der Dienstleistungen, aber auch Qualifizierungsangebote im Jobcenter haben nach ihren Worten zu den guten Zahlen geführt. Sie schränkt aber gleichzeitig ein: „Für jeden einzelnen Kunden der Agentur ist die erste oder eventuell erneute Arbeitslosigkeit bedauerlich.“

Petra Eylander ging in ihrem gestrigen Bericht deshalb insbesondere auf die sogenannte „Unterbeschäftigung“ ein. Diese klassische Vokabel der Arbeitsämter geht über die feste Größe der Arbeitslosigkeit hinaus. Sie kennzeichnet einen Personenkreis, der wahrscheinlich arbeitslos wäre – wenn es die Angebote des Jobcenters und der Arbeitsagentur nicht geben würde. Kurzzeitige Arbeitsgelegenheiten zählen dazu, vor allem aber Angebote für die berufliche Weiterbildung. Wer sich hier anmeldet, fällt – zumindest vorübergehend – aus der offiziellen Arbeitslosenstatistik heraus. Rund 18  400 Menschen gelten gegenwärtig in Kiel als unterbeschäftigt, die Zahl ist gegenüber dem Vorjahr noch um 1250 gewachsen.

Selbst wenn man die offiziellen Erfolge in der Arbeitslosenstatistik berücksichtigt (minus 700), zeigt sich in der Aufrechnung, dass die „versteckte“ Arbeitslosigkeit im letzten Jahr eher größer als kleiner geworden ist. „In der Summe ist die Unterbeschäftigung gestiegen“, beurteilt Petra Eylander die Situation.  

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erstellt am 30.Nov.2016 | 19:05 Uhr

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