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Kiel

07. Dezember 2016 | 23:23 Uhr

Projekt Hummelwiese : Neues Internat für Berufsschüler

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Big Bau errichtet in zentraler Lage einen modernen Neubau mit Mini-Apartments für RBZ-Schüler von außerhalb, die zum Blockunterricht nach Kiel kommen. Für einen Zeitraum von 20 Jahren übernimmt die Stadt die Mietkosten.

Die Stadt lässt bauen: Auf dem seit Jahren verwaisten Grundstück an der Ecke Hummelwiese  /  Sophienblatt wird die Big Bau ein neues Internat für die Berufsschüler der drei Kieler Regionalbildungszentren (RBZ) hochziehen. Voraussichtlich noch in diesem Jahr könnte auf dem Grundstück an der Hummelwiese der erste Spatenstich erfolgen, auf jeden Fall soll das fünfgeschossige Gebäude in zwei Jahren seine Türen öffnen. Die Stadt wird die erforderlichen Räume mieten – für rund 20  000 Euro monatlich.

Gegenwärtig verfügt die Stadt über insgesamt 118 Schlafmöglichkeiten für Berufsschüler, die in Kiel Blockunterricht erhalten. Das Quartier am Königsweg aber ist hoffnungslos veraltet, auf dem Hof Hammer sind jugendliche Flüchtlinge untergebracht. Eine schnelle Lösung musste her. „Händeringend“, wie Bildungsdezernentin Renate Treutel und Baudezernent Peter Todeskino betonten. Denn als Standort etlicher Landesberufsschulen, etwa für angehende Fotografen, Schifffahrtskaufleute, Anlagenmechaniker oder Systemtechniker, ist die Stadt verpflichtet, Zimmer anzubieten. Doch angesichts der angespannten Haushaltslage kein einfaches Unterfangen.

Die Abmachung, die die Stadt Kiel und die Big Bau Unternehmensgruppe „nach langen Verhandlungen“ gefunden haben, sieht folgendermaßen aus. Für 485  000 Euro verkauft die Stadt ihr Brachgelände, auf dem sich einst das Jugendzentrum Kurbel und nebenan ein Bettengeschäft befanden, an die Big Bau. Das Unternehmen zieht das moderne Gebäude hoch. Die kalkulierten Kosten liegen nach Angaben von Geschäftsführer Marc Weinstock bei rund 7 Millionen Euro. Auf drei Etagen werden insgesamt 60 Mini-Apartments (21 Quadratmeter) mit jeweils zwei Betten entstehen, der Mietvertrag mit der Stadt läuft über 20 Jahre.

Mit anderen Worten: Der Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten für die Berufsschüler kann künftig an einem einzigen Standort abgedeckt werden. Das senkt die Kosten für die Stadt auch deshalb, weil 40 Prozent der Internatsschüler noch minderjährig sind und die Stadt eine verlässliche Betreuung gewährleisten muss. Bislang lagen die städtischen Ausgaben in diesem Bereich bei jährlich 600  000 Euro, vom Land erstattet aber wurden nur 500  000 Euro.

Die Big Bau setzt im Übrigen neben der Abmachung mit der Stadt noch auf ein zweites Standbein an der Hummelwiese. In den beiden oberen Stockwerken entstehen nämlich 36 kleine Studentenbuden. Und dieses Nebeneinander von Azubis und Studenten ist Neuland – ein solches Projekt ist deutschlandweit offenbar die Ausnahme.  

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erstellt am 28.Jul.2016 | 18:44 Uhr

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