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Kiel

06. Dezember 2016 | 13:12 Uhr

Kreuzfahrtschiff auf der Kieler Woche : Nach Ersteinlauf der Mein Schiff 5: Sprühnebel führt zu Anzeigen wegen Sachbeschädigung

vom

Posse um Wasserfontänen zur Begrüßung der „Mein Schiff 5“: Kieler-Woche-Standbetreiber erstatten Anzeige wegen Sachbeschädigung durch Gischt.

Kiel | Salzhaltige, feuchte Meeresluft wird für gewöhnlich als gesund angesehen. Manche lassen sich wegen der heilsamen Aerosole eine Kur an der See verschreiben. Doch in Kiel sorgt jetzt ein feiner Sprühnebel aus Ostseewasser, in Kombination mit Ostwind, für einen Sturm im Wasserglas.

Gemeint ist die Gischt von Wasserfontänen, die bei Erstanläufen von Schiffen in vielen Häfen der Welt zur Begrüßung versprüht werden. Ein Schlepper-Schauspiel, das viele Besucher anlockt, besonders zur Kieler Woche. Der Erstanlauf der „Mein Schiff 5“  am vergangenen Donnerstagmittag ließ jedoch nach Angaben von Kieler-Woche-Standbetreibern nicht nur besagten Sprühnebel auf Waren und offene Geschäfte an der Blücherbrücke regnen, sondern spülte der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) nun auch zwei amtliche Strafanzeigen ins Kontor. Mehrere Standbetreiber hatten sich beschwert, zwei von ihnen bei der Wasserschutzpolizei Anzeige erstattet. Der Vorwurf:  Sachbeschädigung.

SFK-Betriebsleiter Ansgar Stalder erklärt: „Wir haben die Fontänen wegen des Ostwinds schon mehr gegen den Wind gerichtet, der Steuerbordstrahl war deshalb schon senkrecht gestellt.“ Nach dem ersten Anruf direkt nach der Begrüßung habe er sich am späten Donnerstagnachmittag persönlich ein Bild von der Lage gemacht. „Der Asphalt der Brücke war trocken. Ich habe aber Salzkristalle an den Außenseiten der Fahrgeschäfte gesehen. Das will ich nicht abstreiten“, so Stalder.

Die Schlepper saugen für die Fontänen Ostseewasser ab und pumpen es mit Feuerlöschpumpen hoch. „Es ist nicht schön, wenn man das abkriegt“, räumt er ein. Er fügt jedoch hinzu: „Kiel ist eine Hafenstadt. Wenn man an der Kaikante steht, besteht die Gefahr, dass man Salzwasser abbekommt.“ Zudem habe ein Bekleidungshändler, der Anzeige erstattet habe, ihm persönlich gegenüber keinen Schaden erkenntlich machen können: „Er hat gesagt, alles kaputt, hat die Ware aber komplett feilgeboten.“

Auch ein offenbar betroffener Gastronomiestand hat Anzeige erstattet. „Er hat sich fürchterlich erbost, dass tausend Leute nur wegen seiner Wurst auf der Pier waren, und wegen der Fontänen dann alle wegliefen. Ich glaube eher, die sind wegen der Fontänen gekommen und gegangen, als es vorbei war“, sagt Stalder dazu. Er geht davon aus, dass die Strafanzeige zu nichts führen wird –  es sei ja keine vorsätzliche Sachbeschädigung  im Spiel. Sollte es zivilrechtliche Klagen geben, müssten die Standbetreiber nachweisen, dass  die Wasserfontänen ursächlich für den Schaden seien, so Stalder. „Wenn das so ist, sind wir bereit dafür geradezustehen.“

Auch der Seehafen als Auftraggeber bedauert, „sollte es zu einem Schaden gekommen sein. Bis dato gab es keine Beschwerden bezüglich der Wasserfontänen – aber viel Freude und Lob über diese schöne Art der Schiffsbegrüßung“, teilt Seehafen-Sprecher Ulf Jahnke mit. „Die Begrüßung von Kreuzfahrtschiffen zum Erstanlauf hat eine lange Tradition, die wir weiter fortführen werden. Die SFK wird unser Partner bleiben.“

Erst  gestern spritzte ein Kieler Schlepper wieder Wasserfontänen in die Luft –  zum Erstanlauf der „Koningsdam“. Diesmal offenbar ohne Sprühnebelprobleme

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erstellt am 30.Jun.2016 | 15:54 Uhr

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