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Schwarmfinanzierung : Multimedia-Spektakel am Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Initiatoren wollen Anfang November das „1. Kieler Lichtspiel“ auf dem Rathausmarkt inszenieren. Für die lichtstarke Technik fehlen aber noch 60 000 Euro. Kiel-Marketing startet deshalb eine Spendenkampagne über das sogenannte „Crowdfunding“.

Das Rathaus der Landeshaupstadt soll im Herbst zur Leinwand eines spektakulären überdimensionalen Animationsfilms werden. Multimedia-Studenten der Fachhochschule haben die vorbereitenden Video-Arbeiten bereits so gut wie abgeschlossen. Damit ihr 25-minütiger Film aber tatsächlich auf dem Rathausmarkt gezeigt werden kann, braucht es eine lichtstarke Technik. Der Verein Kiel-Marketing hat deshalb eine Spendenkampagne ins Leben gerufen. 60  000 Euro sollen über „Crowdfunding“ zusammenkommen, wie Geschäftsführer Uwe Wanger erklärt.

Einzelne Szenen haben die Initiatoren gestern bereits vorgestellt. Da frisst sich ein riesiger Fisch durch das Gemäuer des Rathauses, oder – fast wie in Charlie Chaplins „Moderne Zeiten“ – hinter den Fensterfassaden rotieren gewaltige Zahnräder. Alles Illusion natürlich, aber die Macher des „1. Kieler Lichtspiels“ haben ihr Video exakt an die Architektur des Rathauses angepasst und auf diese Weise für verblüffende Effekte gesorgt. Das Gebäude dient nicht nur als Leinwand, es pulsiert, verfärbt und verformt sich – selbst der Rathausturm gerät ins Schwingen.

Die Kampagne startet exakt am Dienstag, 19. April, und läuft dann sechs Wochen lang bis zum 2. Juni. Mit Beiträgen zwischen 5 und 300 Euro kann sich jeder am Spektakel beteiligen und sich teilweise sogar zeigen lassen, welchen Pixel man gesponsert hat. Sollte die Summe von 60  000 Euro nicht zusammenkommen, gibt’s das Geld zurück – das ist der Sinn des modernen „Crowdfunding“.

Mit dem Scheitern rechnen aber weder Wanger noch die FH-Dozentin Shakira-Jil Habersaat oder ihre Studenten. Sie planen fest mit der Uraufführung am Wochenende 5./6. November auf dem Rathausmarkt – dem ersten Wochenende nach der Zeitumstellung. Dann ist es nämlich dunkel genug für die Lichtspiel-Produktion. Zur Sicherheit sollen aber die Straßenlampen in der Nähe ausgeschaltet werden. Außerdem haben das Rathaus und die Oper zugesagt, ihre Fenster zu verdunkeln.

Mit dem Projekt betritt Kiel Neuland. Laut Wanger ist es das erste Mal, dass ein deutsches Stadtmarketing mit der sogenannten „Schwarmfinanzierung“ ein Kulturprojekt auf die Beine stellen möchte. Sollte es klappen, planen die Initiatoren bereits eine Wiederholung für 2018 – dann mit einem Streifen zum 100. Jahrestag des Matrosenaufstandes.
 

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> Details zur Kampagne sind im Internet unter startnext. com/kieler-lichtspiel zu erfahren. Spenden in bar nimmt die Tourist-Info (Andreas-Gayk-Straße 31) entgegen.

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erstellt am 15.Apr.2016 | 18:57 Uhr

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