zur Navigation springen

Kiel

08. Dezember 2016 | 05:18 Uhr

AnschaRPARK : Moderner Wohnpark in der Wik

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf dem ehemaligen Marinegelände ziehen vier Wohnungsbau-Genossenschaften gemeinsam 153 Mietwohnungen hoch. Im Herbst soll Richtfest sein - und in einem Jahr können die ersten Familien ihr neues Domizil beziehen.

Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan, bereits im Herbst soll Richtfest gefeiert werden. Im Spätsommer 2017 können die ersten Mieter einziehen. Helmut Knüpp ist regelrecht begeistert vom neuen Wohnquartier Anscharpark im Kieler Stadtteil Wik. „Fünf Minuten bis zum Liegeplatz der ,Gorch Fock’ – wo gibt es das heute noch!“, spricht der Vorstandsvorsitzende der Wankendorfer Baugenossenschaft die Nähe zum Wasser an. 153 moderne Mietwohnungen entstehen gegenwärtig in Förde-Nähe auf dem ehemaligen Marine-Areal in den nächsten beiden Jahren. Und der Andrang ist gewaltig: Knüpp spricht von Hunderten von Bewerbungen, die allein bei der Wankendorfer eingegangen sind.

Denn für das Wohnquartier Anscharpark haben sich gleich vier Wohnungsbau-Genossenschaften zusammengetan. Das Investitionsvolumen von gut 40 Millionen Euro hätte jedes einzelne Unternehmen finanziell überfordert, gemeinsam aber lässt sich das ehrgeizige Projekt in der Wik stemmen. Die Wankendorfer und die Baugenossenschaft Mittelholstein (BGM) sind mit jeweils einem Drittel dabei, die Wohnungsgenossenschaft Kiel (Woge) und das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen (GWU) in Eckernförde teilen sich das restliche Drittel.

Dieses Organisations- und Kostenschema funktioniert natürlich nur, „weil wir uns gut kennen und vertrauen“, wie Knüpp als auserkorener Sprecher mitteilt. Es ist so etwas wie die Vielfalt in der Einheit: Gegenüber der Stadt treten die Wohnungsbau-Genossenschaften geschlossen auf, vermarkten werden sie die Wohnungen aber getrennt. Auch der künftige Hausmeisterdienst wird wohl bei den jeweiligen Unternehmen verbleiben. Für den Winterdienst oder auch die Gartenarbeit kann sich Knüpp jedoch eine künftige Gemeinsamkeit wiederum gut vorstellen. Was sich im Übrigen in einem Öko-Projekt bereits bewährt hat. Die Fledermäuse, die sich über die Jahre in den Hausruinen und Kellergewölben angesiedelt haben, wurden erfolgreich in den Schornstein des früheren Kesselhauses ausquartiert.

Die Tiefgarage mit 128 Stellplätzen gehört ebenso zu den gemeinsamen Projekten wie die künftige Kita, die den Bewohnern für den Nachwuchs zur Verfügung stehen wird. Nicht zu vergessen ein seitliches Gebäude, das ausschließlich der Stiftung Drachensee für inklusives Wohnen mit Behinderten zugedacht ist.

Die Wohnungen im neuen Quartier sind durchweg 50 bis 120 Quadratmeter groß und damit für Singles wie auch für Familien konzipiert. Etwa die Hälfte des Wohnraums wird öffentlich gefördert, die Miete wird bei 5,65 bis 7 Euro pro Quadratmeter eingefroren. Für die anderen Wohneinheiten kalkulieren die Unternehmen mit Preisen von 9 bis 9,50 Euro. Dieses unterschiedliche Milieu ist Knüpp wichtig, denn: „Eintönigkeit ist langweilig.“ Er fügt hinzu: „Wir haben die Chance, es in der Wik hinzubekommen.“

Schon heute gebe es einen Mix von alten, oft denkmalgeschützten Häusern und Neubauten, eine ansprechende Kulturszene habe sich im benachbarten Atelierhaus ausgebreitet. Das Einkaufszentrum ist ebenso fußläufig erreichbar wie die eindrucksvolle Petruskirche – die ehemalige Marinekirche des noch zu Kaisers Zeiten gegründeten Stützpunktes – oder die Einfahrt zum Nord-Ostsee-Kanal.

Alles in allem spricht derzeit vieles für den einst vernachlässigten Stadtteil im Kieler Norden. Helmut Knüpp prognostiziert: „Die Wik wird kommen.“ Der Chef der Wankendorfer geht Ende September in den verdienten Ruhestand, beim Richtfest möchte er gerne noch als Vorstandsvorsitzender dabei sein: „Das wäre ein schönes Gefühl.“  

zur Startseite

von
erstellt am 26.Jul.2016 | 19:10 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen