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Kiel

20. Januar 2017 | 02:40 Uhr

Moderner Anleger für die Fördeschiffe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Brücke in Schilksee eingeweiht – als letzter von fünf barrierefreien Anlaufpunkten / 15 Millionen Euro investiert / Im Herbst wird über neue Fähren beraten

In klassischer Optik, aber mit zeitgemäßer Ausstattung und Technik – so präsentiert sich der neue Fähranleger in Kiel-Schilksee heimischen Gästen und Touristen. Bereits seit der Kieler Woche fahren die Fördeschiffe der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) den Anleger an. Gestern wurde er feierlich eingeweiht.

„So könnte der Anleger auch vor 100 Jahren gebaut worden sein“, fand Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Er stellte die robuste Bauweise heraus, die hoffentlich einige Jahrzehnte halten werde: „Das ist ein guter Tag für Schilksee.“ Mit der Eröffnung schließt sich ein Kreis der Sanierung und Investition für die öffentlichen Kieler Fähranleger. Allein die Brücke in Schilksee kostete 3,9 Millionen Euro. Einen Teil trug das Land dazu bei. Die Anlaufpunkte Reventlou, Falckenstein, Mönkeberg und Wellingdorf sind bereits zuvor als moderne Ponton-Anleger erneuert worden – die Gesamtinvestitionssumme liegt bei 15 Millionen Euro, so Kämpfer. Er geht nun davon aus, „dass an dieser Front Ruhe ist“. Zumindest in seiner Amtszeit.

Das betonte er besonders im Hinblick auf den riesigen Instandhaltungs-Rückstau der Infrastruktur in der Landeshauptstadt, den er auf einen Berg von 500 Millionen Euro bezifferte: „Es wäre schön, wenn wir überall so schnell Ersatz hätten.“ Dass der ÖPNV gestärkt werde, sei besonders für Schilksee als touristisch attraktiver Stadtteil ein wichtiges Signal.

Innerhalb von neun Monaten wurde der barrierefreie Neubau errichtet, auch an den Wochenenden und im Winter wurde gebaut. Nur drei Mal seien die Arbeiten unterbrochen worden, berichtete SFK-Aufsichtsratschef Lutz Oschmann: „Das waren die Tage an denen die zwei Delfine in der Nähe waren.“ Er meinte die Tümmler „Selfie“ und „Delfie“, die sich im Frühjahr in der Kieler Förde aufhielten.

Der Anleger besteht aus einer 68 Meter langen Mole, einem Schwimm-Ponton und einem beweglichen Zugangssteg, der beide Bauwerke verbindet. Durch diese Bauform kann der Steg unabhängig vom Wasserstand angelaufen werden. Parallel erhielt der Sporthafen einen im Anleger integrierten neuen Steg. Die alte Brücke aus dem Jahr 1963 war wegen Rostschäden und Rissen nicht mehr zu retten gewesen. Sie wurde im vergangenen Herbst abgerissen.

Drei Mal täglich, an den Wochenenden auch vier Mal am Tag, wird Schilksee im Sommer (bis 4. September) von den Fähren auf der Linie F1 (Kiel-Laboe-Strande-Kiel) angesteuert. „Was ist die Kieler Förde ohne die Fördeschiffe?“, fragte Oschmann: „Wir brauchen die Dampfer.“ Diese (MS „Heikendorf“, „Schilksee“, „Strande“, „Laboe“) haben jedoch teils mehr als drei Jahrzehnte auf dem Buckel. Laut Oschmann wird der SFK-Aufsichtsrat im Herbst über den geplanten Neubau und Antrieb von zwei Fähren beraten. Sie sollen jeweils Platz für 200 Passagiere sowie mehr Raum für Fahrräder bieten. 2018 könnte demnach das erste neue Schiff auf der Förde im Einsatz sein.

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erstellt am 19.Jul.2016 | 06:01 Uhr

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