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Kiel

06. Dezember 2016 | 22:55 Uhr

Kampf gegen den IS : Ministerpräsident Torsten Albig empfängt Soldaten nach Auslandseinsatz in Incirlik

vom

Rund 50 Soldaten sind zurück aus der Türkei. Dort waren sie im Kampf gegen den IS eingesetzt.

Kiel | Ministerpräsident Torsten Albig hat heute in Kiel gut 50 Soldaten des Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“ aus Jagel empfangen. „Wie schön, dass Sie wieder da sind. Damit hat sich der wichtigste Wunsch Ihrer Familien erfüllt: Sie gesund wieder zurück zu haben in Schleswig-Holstein", sagte der Ministerpräsident. Die Soldaten um Oberst Michael Krah waren in diesem Jahr auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik stationiert. Von dort aus unterstützten sie mit Aufklärungs-Tornados den internationalen Kampf gegen den „Islamischen Staat“.

Nach der Armenien-Resolution des Bundestages im Juni hatte die Türkei einen Besuch von Bundestagsabgeordnenten untersagt. Mittlerweile gibt es eine Einigung. Von den knapp 240 deutschen Männern und Frauen in Incirlik kommen derzeit etwa 60 aus Jagel. Sechs Tornados sind in Incirlik stationiert, von denen aktuell zwei aus dem „Immelmann“-Geschwader in Kropp/Jagel stammen und vier aus dem Taktischen Luftwaffengeschwader 33 in Büchel (Rheinland-Pfalz).

Der Regierungschef würdigte die Auslandseinsätze als große Belastungsprobe: „Es wird sicher nicht der letzte dieser Art gewesen sein. Dieser Einsatz läuft weiter, und Aufgaben in Mali in Afrika kommen hinzu.“ Als Luftbildauswerter, Tornado-Techniker und Piloten seien die Soldaten einer überdurchschnittlich hohen Auslandsbelastung ausgesetzt: „Zehn-Zwölfstunden-Einsätze im Freien bei über 30 Grad - das zehrt an den Kräften“, so Albig.

Ein von Albig geplanter Besuch in Incirlik bei den Soldaten aus Schleswig-Holstein musste aufgrund der damaligen instabilen Sicherheitslage im März 2016 kurzfristig abgesagt werden.

Zuvor gab es einen Streit zwischen Deutschland und der Türkei über das Besuchsrecht auf dem Stützpunkt, der mittlerweile beigelegt ist.

Das türkische Außenministerium gab dem Verteidigungsausschuss des Bundestags am Donnerstag grünes Licht. Damit kann der Besuch in der Nato-Basis Incirlik nun - wie zuletzt geplant - Anfang Oktober stattfinden.

Der Konflikt hatte die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara massiv belastet. Viele andere Streitpunkte sind aber immer noch nicht ausgeräumt. Die Bundesregierung hofft nun darauf, dass sich das Verhältnis zu dem wichtigen Partnerland insgesamt wieder bessert. Auf die Türkei ist Deutschland auch bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise angewiesen.

Die Türkei hatte den Besuch über Wochen hinweg blockiert. Grund dafür war die Verärgerung über eine Armenien-Resolution des Bundestags Anfang Juni. Darin hatte das Parlament die Massaker an den Armeniern 1915/16 erstmals als «Völkermord» bezeichnet. Die Türkei als Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs wehrt sich massiv gegen alle solche Einstufungen.

Nachdem die Bundesregierung die Resolution als rechtlich nicht verbindlich erklärte, hob die türkische Seite das Besuchsverbot nun jedoch auf. 

 

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erstellt am 19.Sep.2016 | 10:15 Uhr

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