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Kiel

06. Dezember 2016 | 13:07 Uhr

Schnelle Reparatur : Löcher in der Spundwand am Bahnhof

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt drängt zur Eile bei der Instandsetzung der Kaikante an der Hörnbrücke. Bei der Kontrolle waren Löcher entdeckt worden. Die Arbeiten kosten schätzungsweise 950 000 Euro. Aber auch andernorts müssen Spundwände repariert oder erneuert werden.

Die Lage an der Kaikante gleich unterhalb des Kieler Hauptbahnhofs ist nicht brenzlig, aber sie könnte schnell kritisch werden. Die Spundwand zur Hörn hin ist nämlich löchrig, sie muss dringend erneuert werden. Anders als an der Kiellinie aber, wo ein ganzer Bereich abgesperrt ist, möchte die Stadt an diesem äußerst stark besuchten Abschnitt auf Gitterzäune verzichten. Die Sanierung genießt deshalb höchste Priorität. Der Beginn der mit 950  000 Euro und auf vier Monate kalkulierten Baumaßnahme ist für Spätsommer/ Herbst 2017 vorgesehen.

Das Problem der Spundwände beschäftigt die Techniker und die Finanzexperten im Rathaus seit langem. Die Stadt muss ungefähr 5000 Meter an Uferwänden überwachen, kommt aber in Zeiten knapper Kassen mit der Reparatur nicht hinterher. Allein für den gesperrten, rund 500 Meter langen Abschnitt am Berthold-Beitz-Ufer im Verlauf der Kiellinie werden 8,8 Millionen Euro kalkuliert, insgesamt beläuft sich der Sanierungsstau nach Schätzung des Tiefbauamtes auf nahezu 34 Millionen Euro. Die Größenordnung hängt allerdings stark davon ab, ob man sich für die preiswerte Variante entscheidet oder für die deutlich teurere, aber langlebigere Version (siehe Erklärung weiter unten).

Für den Bereich des südlichen Bollhörnkais vor dem Bahnhof plädiert das Tiefbauamt für die traditionelle, preiswertere Lösung. Aus zwei Gründen. Zum Einen bewegen sich am Kai – im Gegensatz zum benachbarten Hafenumschlagsplatz – weder Kräne noch schwere Lastwagen, die Beanspruchung fällt damit deutlich geringer aus. Zum Anderen würde die Erneuerung der Spundwand nach der modernen Vorgabe Arbeiten an der Hörnbrücke und am Fähranleger nach sich ziehen. Für die Bauzeit wäre dann auf dem gesamten Kai mit erheblichen Einschränkungen und Absperrungen zu rechnen.

Sobald der Bau-Ausschuss und zwei Wochen später auch der Finanzausschuss in diesen Tagen ihre Zustimmung geben, soll die Ausschreibung beginnen. Der Zuschlag soll dann bereits im Frühjahr erfolgen. Das Bauamt kündigt an, sämtliche Arbeiten eng mit den Anliegern abzusprechen. Dazu gehören neben der SFK, der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel, auch die Gastronomiebetriebe „Vapiano“ und „Blauer Engel“. Es soll doch während der Bauphase niemand sein blaues Wunder erleben.  

PREISWERTE ODER LANGLEBIGE LÖSUNG: Die Instandsetzung einer Spundwand setzen die Techiker mit 5000 bis 8000 Euro pro laufenden Meter an, die Haltbarkeit vor Durchrostung schätzen sie auf 20 Jahre. 70 Jahre lang soll ein moderner Neubau schützen. Er besitzt – im Gegensatz zur bisherigen Konstruktion – eine vordere Stahlbetonschürze, die die Spundwand gegen Rostanfall im salzigen Fördewasser deutlich besser schützt. Mit 15  000 bis 25  000 Euro pro Meter liegen die Kosten allerdings beim Dreifachen gegenüber der traditionellen Lösung. Die Experten im Rathaus feilen seit 20 Jahren an verträglichen Lösungen. Sie sind überzeugt, dass wegen der längeren Nutzungsdauer „in der Regel“ die vollständige Erneuerung trotz höherer Kosten die „wirtschaftlichere Lösung“ bietet.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 20:57 Uhr

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