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Kiel

09. Dezember 2016 | 16:34 Uhr

LKA-Analyse: Marzipanherzen wurden vergiftet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Experten bleiben vage: „Substanz“ könnte Beschwerden verursachen

Die Marzipanherzen an einer Kieler Grundschule – das Landeskriminalamt (LKA) in Kiel ermittelt unter Hochdruck an der Aufklärung dieses mysteriösen Falls, der seit Dienstag in Kieler Schulen und bei Eltern für Unruhe sorgt und gestern eine ernsthafte Dimension bekommen hat. „Bei unserer Laboranalyse mussten wir leider feststellen, dass an den Herzen manipuliert worden ist“, sagte LKA-Sprecherin Jana Maring auf Anfrage. „Wir haben eine Substanz festgestellt, mit der die Marzipanherzen in Verbindung gekommen sind.“ Diese Substanz könne körperliche Beschwerden hervorrufen, hieß es – aber: „Inwieweit der Verzehr der Herzen zu einer körperlichen Beeinträchtigung geführt hätte, kann nicht abschließend festgestellt werden“, teilte das LKA mit. Eine Lebensgefahr sei laut Gutachten nach jetzigem Stand aber ausgeschlossen. Unter leichteren Vergiftungserscheinungen finden sich Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, aber auch Atemnot, Schwindel oder Blutdruckprobleme.

Die Vorgeschichte: In der Nacht zum Dienstag hatte die betroffene Reventlou-Grundschule einen anonymen Drohbrief per E-Mail erhalten, in dem von vergifteten Lebensmitteln auf dem Schulhof die Rede war. Nachdem dann am Dienstagmorgen tatsächlich eine verdächtige Schachtel mit Marzipanherzen im Eingangsbereich der Schule aufgetaucht war, wurde die Polizei eingeschaltet, die umfangreiche kriminaltechnische Untersuchungen vornahm. Die Schulrätin rief alle Schulen der Stadt zur Wachsamkeit auf.

Auch die Kriminalpolizei nimmt den Vorfall nach Angaben von LKA-Sprecherin Jana Maring „sehr ernst“ und warnt davor, abgelegte Süßigkeiten aufzusammeln und zu verzehren. Sie ruft zur Achtsamkeit auf – Eltern sollten Kinder und Jugendliche dafür „sensibilisieren“. Details zum Gift im Marzipan oder zum Drohbrief wollte die Polizei aus Ermittlungsgründen nicht nennen. Nur so viel sagte Maring: Mehr Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler durch mögliche Rückschlüsse von der entdeckten „Substanz“ auf den oder die unbekannten Täter, so Maring. Weitere Vorfälle innerhalb Kiels seien bislang nicht bekannt geworden. Hintergründe und Motive dieser Tat liegen indes nach wie vor im Dunkeln.

Die Polizei bittet daher die Bevölkerung um Hilfe: Wer in den frühen Morgenstunden des 13. September auffällige Personen im Eingangsbereich der Reventlouschule in der Beselerallee (Stadtteil Ravensberg) beobachtet hat, kann sich über den Polizeiruf 110 melden.

Die Tat versetzte auch das Kieler Bildungsministerium in Sorge: „Die Schule, das Schulamt und das Ministerium sind in einem ständigen Austausch mit der Polizei, so dass wir schnell reagieren und informieren können“, sagte der Staatssekretär im Bildungsministerium Dirk Loßack gestern. Zurzeit gebe es aus Sicht der Ermittlungsbehörden jedoch keinen Anlass, den Unterricht ausfallen zu lassen.

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Die Polizei hat ein Bürgertelefon für besorgte Eltern und Bürger eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0431-1606666 erreichen Sie heute ab 8 Uhr Polizeibeamte, die über die tatsächliche Gefahrenlage informieren können.




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erstellt am 15.Sep.2016 | 22:21 Uhr

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