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Kiel

11. Dezember 2016 | 01:26 Uhr

Bomben-Alarm : Lebensgefährlich: Gaffer auf dem Kieler Bahnhofsdach

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein verdächtiger Koffer hat am Mittwochabend den Kieler Hauptbahnhof stundenlang lahmgelegt. Neugierige Jugendliche erschwerten die Arbeit der Polizei und der Bomben-Experten. Lebensmüde Gaffer hatten sogar die Bahnhofskuppel bestiegen.

Erneut hat ein verdächtiges Gepäckstück für massive Behinderungen im üblichen Verkehrsalltag gesorgt. Stundenlang musste am Mittwochabend der Kieler Hauptbahnhof gesperrt werden, weil ein herrenloser Koffer für Aufregung sorgte. Und weil dann auch noch schaulustige Gaffer die schwierige Arbeit der Experten behinderten. Erst um 23.10 Uhr folgte deshalb die Entwarnung: Der Koffer enthielt nichts außer gebrauchter Sportkleidung. Den Eigentümer hat die Polizei bislang nicht ermitteln können.

Nach den Worten von Gerhard Stelke, dem Pressesprecher der Bundespolizei, war es bereits das dritte Mal in den letzten beiden Jahren, dass der Hauptbahnhof vorsichtshalber evakuiert wurde. Auch auf den Straßen der Landeshauptstadt hatten verdächtige Funde immer wieder zu Behinderungen und Sperrungen geführt. Beispielsweise auf dem Exer, am Knooper Weg oder vor wenigen Wochen am Hasseldieksdammer Weg, der wichtigsten Verbindung nach Mettenhof.

Gegen 20 Uhr erhielt die Polizei am Mittwochabend die Nachricht, dass zwischen der McDonald’s-Filiale und dem benachbarten Coffee-Shop ein herrenloser dunkler Koffer herumsteht. Es fühlte sich offenbar niemand für das Gepäckstück zuständig, auch eine Lautsprecherdurchsage brachte nicht das gewünschte Ergebnis.

In der Folge sorgten rund 20 Polizisten für die komplette Sperrung des Hauptbahnhofs, sämtliche Zugverbindungen von und nach Kiel fielen aus. Zum Teil organisierte die Bahn einen Taxidienst, der Großteil der betroffenen Reisenden war allerdings zu dieser späten Stunde wohl auf das eigene Improvisieren angewiesen.

Wie Stelke sagte, trafen um 21.30 Uhr die angeforderten Experten vom Kampfmittelräumdienst ein. Doch ihre schwierige Konzentrationsarbeit wurde gestört. Vom benachbarten Parkhaus aus wollten neugierige Jugendliche die „Entschärfung“ mit ihren Smartphones filmen. Laut Stelke waren dann sogar vom Bahnhofsdach Stimmen zu hören. Das ist eine lebensgefährliche Kletterei. Wie die Schaulustigen auf die mächtige Bahnhofskuppel gekommen sind, ist nicht bekannt. Als die Polizei nachschaute, war niemand mehr anzutreffen.

Genau um 23.10 Uhr schließlich gab die Polizei Entwarnung: Vom verdächtigen Koffer geht keine Gefahr aus. In seinem Inneren befindet sich ausschließlich Sportkleidung.

 

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erstellt am 01.Sep.2016 | 18:43 Uhr

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