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Kiel

10. Dezember 2016 | 21:32 Uhr

Prozess in Kiel : Kindesmissbrauch in Gaarden: Siebenjährige erlitt große Qualen

vom

Ein Mann soll in Kiel zwei Mädchen vergewaltigt haben. Die Qualen der Opfer machen fassungslos.

Kiel | Das kleine Mädchen hoffte auf eine Barbie-Puppe. Doch der Mann, der sie mit diesem Versprechen zu sich nach Hause lockte, missbrauchte sie schwer. Vor dem Kieler Landgericht schilderten am Mittwoch Rechtsmediziner die Folgen der sexuellen Übergriffe des mutmaßlichen Täters auf eine Fünf- und eine Siebenjährige.

Die Tat hat eine Vorgeschichte, die Fragen aufwirft. Es gab mehrere Anhaltspunkte, die darauf hinwiesen, dass von dem Tatverdächtigen eine Gefahr ausgehen könnte.

Demnach musste die Siebenjährige nach der Tat im Universitätskrankenhaus in Vollnarkose wegen schwerer Unterleibsverletzungen operiert werden, sagte eine Rechtsmedizinerin.

Bei dem Mädchen habe potentiell Lebensgefahr bestanden, weil durch die massive Gewalteinwirkung mit der Hand fast die Bauchhöhle eröffnet worden wäre. Auch bei der Fünfjährigen verursachten die Übergriffe des Täters demnach deutliche, aber nicht so schwerwiegende Verletzungen.  

In dem Prozess wird einem 31-Jährigen vorgeworfen, Anfang Januar die Fünfjährige in der Toilette eines Kindergartens und drei Wochen später die Siebenjährige in seiner Wohnung sexuell missbraucht zu haben. Dort fanden sich auf der Matratze und an Wäschestücken viele Blutspuren des Opfers, sagte ein weiterer Rechtsmediziner als Zeuge. An der Hand des Mannes sicherten die Beamten den Aussagen zufolge ebenfalls Spuren, die auf ihn als Täter hinweisen können.

Der Mann hatte zunächst versucht, die massiven Blutungen des Mädchens - sie erlitt einen Damm- und einem Scheidenriss - zu stillen und sie dann durch einen Hinterausgang gehen zu lassen. Unterwegs wurde die Siebenjährige von der Polizei entdeckt, weil ihre Mutter bereits nach ihr suchen ließ. Sie hatte von einem anderen Kind erfahren, dass ihre Tochter mit dem mutmaßlichen Täter mitgegangen war. 

Der Familienvater gilt laut Gutachten als psychisch krank. Er beging die Taten demnach im Zustand der Schuldunfähigkeit. Die Staatsanwaltschaft will die dauerhafte Unterbringung des Mannes in der geschlossenen Psychiatrie erreichen.

Im Zusammenhang mit dem Verfahren war die Anklagebehörde massiv in die Kritik geraten. Sie hatte nach der ersten Vergewaltigung und der vorläufigen Festnahme des Mannes trotz hinreichenden Tatverdachts keinen Grund für einen Haftbefehl gesehen. Drei Wochen später wurde dann das zweite Mädchen Opfer der schweren sexuellen Übergriffe.

Für die Familien der beiden Mädchen ist der Prozess eine Nervenprobe.

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erstellt am 24.Aug.2016 | 16:20 Uhr

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