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Kiel

11. Dezember 2016 | 11:06 Uhr

Prozess in Kiel : Kindesmissbrauch in Flüchtlingsheim - DNA-Gutachten stützt Anklage

vom

Ein Mann soll in der Unterkunft in Boostedt einen Jungen missbraucht haben. DNA-Spuren lassen auf den Täter schließen.

Kiel | Im Kieler Prozess um den sexuellen Missbrauch eines vierjährigen irakischen Jungen in einer Flüchtlingsunterkunft hat ein DNA-Gutachten die Anklage gestützt. Die bei dem Kind und dem Angeklagten gefundenen DNA-Spuren wiesen auf den 22-Jährigen als mutmaßlichen Täter hin, sagte ein Gutachter des Landeskriminalamtes am Dienstag vor dem Landgericht. Die sichergestellten DNA-Spuren ließen die Darstellung des Angeklagten, er habe dem Vierjährigen nur auf die Toilette helfen wollen, als sehr unwahrscheinlich erscheinen.

Unterdessen hat die Verteidigung die Aufhebung des Haftbefehls gegen den Mitangeklagten gefordert. Gegen seinen Mandanten bestehe kein dringender Tatverdacht, sagte Rechtsanwalt Thomas Jung. Nach Angaben des Verteidigers wurde der 29-Jährige vor Gericht nicht von dem Achtjährigen wieder erkannt. Zudem soll der Junge Aussehen und Kleidung des Angeklagten unzutreffend beschrieben haben. Auch das angebliche Tatmesser und weitere belastbare Beweise fehlten.

Das Gericht will am Mittwoch über den Antrag auf Entlassung des Mannes aus der Untersuchungshaft entscheiden. Laut Anklage stand der 29-Jährige Schmiere, während sich der 22-jährige mutmaßliche Haupttäter auf der Toilette der Landesunterkunft in Boostedt an dem vierjährigen Kind verging. Dabei soll der 29-Jährige den achtjährigen Bruder des mutmaßlichen Opfers mit einem Messer bedroht haben. Der mutmaßliche Täter und der wegen Beihilfe Mitangeklagte stammen aus Afghanistan, das Opfer aus dem Irak.  

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erstellt am 06.Sep.2016 | 15:52 Uhr

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