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Kiel

03. Dezember 2016 | 20:45 Uhr

Nach Terror-Vorwurf : Kielerin in der Türkei wieder frei – aber noch lange nicht Zuhause

vom

Gegen die Freilassung einer Kieler Urlauberin aus der Haft in der Türkei soll die Staatsanwaltschaft Einspruch eingelegt haben. Der Fall scheint noch nicht ausgestanden.

Kiel | Eine kurdischstämmige Kielerin, die in der Türkei Urlaub machte, ist nach sechs Tagen Haft „zwischenzeitlich“ wieder auf freiem Fuß. Das verlautete am Freitag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Das Generalkonsulat in Istanbul habe sich eingeschaltet. Doch wann die schwerbehinderte Diabetikerin (51), die Mitglied der Linken ist, wieder nach Kiel zurückreisen kann, war am Freitag noch unklar.

Seit dem versuchten Militär-Putsch geht die Türkei verstärkt gegen Terror-Verdächtige vor. Kritiker werfen dem Land Unverhältnismäßigkeit vor.

Linken-Landeschef Lorenz Gösta Beutin sagte unter Berufung auf Angehörige der Frau, die Staatsanwaltschaft in der Türkei habe gegen die Freilassung Einspruch erhoben. Welche Konsequenzen das habe, hätten auch die Anwälte nicht beantworten können.

Die Frau soll unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert gewesen sein. Nach Angaben eines Unterstützerblogs habe sie in einer Zelle auf dem Betonfußboden schlafen müssen, ihr seien notwendige Medikamente vorenthalten worden.

Laut „Kieler Nachrichten“ wurde der Alevitin vorgeworfen, mit einer Terrorzelle Anschläge in der Türkei zu planen. Der Anwalt der Kielerin, Ilahi Öz, hatte dies in der Zeitung zurückgewiesen, die Vorwürfe seien „völlig haltlos und ohne jegliche Beweise oder Indizien“.

Yüksel C. lebt seit 1974 in Deutschland, sie hat ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft und ist aktiv in der kurdischen Solidaritätsbewegung. Das bestätigten Linken-Landeschef Gösta Beutin und die Nichte Gamze Turan. Sie sagte, ihre Tante sei am Donnerstagabend freigekommen.

Nach Angaben des Unterstützerblogs war die Kielerin am 27. August in der Stadt Edremit mit zwei „Genossinnen“ aus Belgien und Frankreich festgenommen worden. Zuvor soll es am 26. August weitere Verhaftungen von Aktivisten sozialistischer Jugendverbände und weiterer Menschen gegeben haben. Insgesamt elf Personen seien zu einer Polizeistation in der Millionenstadt Balikesir gebracht worden.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 17:19 Uhr

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