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Kiel

07. Dezember 2016 | 13:40 Uhr

Schulen geräumt : Kieler „Marzipan-Erpresser“ fordert Millionen in Bitcoin

vom

Der Absender: „coopwillpay“, seine Forderung: ein Millionenbetrag. Die Kieler Polizei sucht weiter nach dem rätselhaften Erpresser.

Kiel | Die Polizei sucht weiter nach dem „Marzipan-Erpresser“ von Kiel. Nach Berichten der „Kieler Nachrichten“ und des NDR vom Samstag fordert der Erpresser einen Millionenbetrag von der Kieler Handelskette Coop. Die Ermittler bemühten sich unter anderem, über die Mail-Adresse des Erpressers Informationen zu bekommen. Er habe über den Absender „coopwillpay“ (Coop wird zahlen) an die in Kiel ansässige Handelskette Coop seine Drohungen verschickt, berichteten die „Kieler Nachrichten“.

Der mysteriöse Fall hatte in der Nacht zum Dienstag begonnen: Eine Schule hatte eine Mail mit dem Hinweis bekommen, auf dem Hof seien vergiftete Lebensmittel ausgelegt worden. Es sind Marzipanherzen. Sie waren mit einer Substanz versetzt worden, die gesundheitliche Beschwerden auslösen kann. Schwere Folgen oder gar Lebensgefahr schlossen Experten aber aus.

Am Freitag hatte die Polizei drei Schulen in Kiel räumen lassen und durchsucht. Spürhunde und Sprengstoffexperten kamen am Morgen erst in die Muhliusschule; danach waren die Käthe-Kollwitz-Schule und die Hebbelschule dran. Am Nachmittag gab die Polizei Entwarnung für die drei überprüften Schulen.

Es wurden an der Muhliusschule zwei Gegenstände und an der Hebbelschule ein Gegenstand gefunden und vom Kampfmittelräumdienst untersucht. Die Gegenstände haben sich als ungefährlich herausgestellt.

Das Landeskriminalamt hielt sich aus ermittlungstaktischen Gründen bedeckt: Der Erpresser schrieb eine E-Mail, in der es sinngemäß geheißen haben soll: „Vor Schulen sterben Kinder, wenn ihr nicht zahlt.“ Eine völlig neue Art der Erpressung, die die LKA-Sprecherin als „nicht typisch“ bezeichnete.

Der Bereich um die Muhliusschule ist weiträumig abgesperrt.
Der Bereich um die Muhliusschule ist weiträumig abgesperrt. Foto: Dörte Moritzen

Schon am Freitagvormittag hatte der Kampfmittelräumdienst an der Muhliusschule den ersten verdächtigen Gegenstand gefunden. „Wir haben leider gefunden, wonach wir gesucht haben“, sagte Jana Maring, Sprecherin des Landeskriminalamts in Kiel nach dem Fund. „Es handelt sich um keine klassische Bombe, aber vielleicht um einen gefährlichen Gegenstand.“ Der Kampfmittelräumdienst gab kurz darauf Entwarnung: Der Gegenstand sei nicht gefährlich.

Einsatz an der Kieler Hebbelschule: Das Gebäude ist gesperrt und wird von der Polizei durchsucht.
Einsatz an der Kieler Hebbelschule: Auch das Gebäude ist seit 7 Uhr gesperrt - es wird als letztes durchsucht. Foto: rtn

Die Ermittler könnten derzeit nicht bewerten, wie ernst oder gefährlich diese Drohungen seien, hieß es. Sie raten deshalb weiter zur Vorsicht bei gefundenen Lebensmitteln.

Schwere Folgen oder gar Lebensgefahr schlossen Experten in einem Gutachten aber aus, wie das Landeskriminalamt am Donnerstag mitteilte.

Die Polizei hat ein Bürgertelefon für besorgte Eltern eingerichtet. Unter der Tel. 0431/1606666 sind die Beamten am Freitagmorgen ab 8 Uhr erreichbar. Zeugenhinweise zum Sachverhalt werden rund um die Uhr über 110 entgegengenommen.

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erstellt am 17.Sep.2016 | 10:18 Uhr

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