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Kiel

08. Dezember 2016 | 23:19 Uhr

„Kieler Frieden“ in starken Bildern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erstes Buch zu historischem Thema in Deutschland erschienen / Werk begleitet große Ausstellung zum 200. Jahrestag Mitte Januar in Kiel

Fast zweihundert Jahre lang war es ein vergessenes Kapitel der Geschichte. Nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern bundesweit. „Kieler Frieden – dieses Stichwort hat auch Fachleute die Stirn runzeln lassen“, das berichtete es gestern die Historikerin Sonja Kinzler in Kiel. Für Norwegen hingegen spielt der Friedensvertrag, 1814 zwischen Dänemark, Schweden und England in Kiel geschlossen, schon lange eine bedeutende Rolle. In Nordeuropa endeten damit die Napoleonischen Kriege, der Vertrag war der erste Schritt zur eigenen Verfassung, Unabhängigkeit und Staatsgründung. Auch deshalb reist zum 200. Jahrestag am 14. Januar eine große norwegische Delegation per Fähre an die Förde.

Erst das große Interesse Norwegens brachte die Kieler vor gut zwei Jahren dazu, sich einmal näher mit der eigenen bedeutenden Rolle in diesem Friedensschluss zu beschäftigen – Kiel gehörte damals mit seinen 7500 Einwohnern zum dänischen Gesamtstaat, war zu dieser Zeit von schwedischen Soldaten besetzt. An der Kieler Universität gab es vor einigen Monaten einen internationalen Workshop, und Historikerin Kinzler wurde beauftragt, eine große dreisprachige Ausstellung im Stadtmuseum Warleberger Hof zu konzipieren. Gleichzeitig arbeitete sie an einem dazugehörigen Buch, das erstmalig in Deutschland – ebenfalls dreisprachig – einen umfassenden Einblick in die Ereignisse im damaligen Buchwaldschen Hof am Kieler Schloss gibt. Das Werk liegt jetzt vor, passend zum 200. Jahrestag. Gestern wurde es auf der Norwegen-Fähre „Color Fantasy“, die Kiel und die norwegische Hauptstadt Oslo täglich miteinander verbinden, vorgestellt. 192 Seiten stark, angereichert mit 80 historischen Illustrationen, ist die Sammlung von Aufsätzen zehn namhafter Autoren aus Deutschland, Norwegen und Dänemark im Wachholtz Verlag erschienen. Das Buch und die Ausstellung tragen denselben Titel: „Der Kieler Frieden. 1814 – Ein Schicksalsjahr für den Norden.“

Herausgeberin Sonja Kinzler, Kiels KulturdezernentWolfgang Röttgers, die Direktorin des Stadtmuseums Dr. Doris Tillmann, der norwegische Honorarkonsul Carl-Christian Ehlers sowie Color-Line-Geschäftsführer Jörg Rudolph und Renate Braus vom Wachholtz Verlag waren gekommen, um noch einmal die Vorfreude auf die Feierlichkeiten Mitte Januar zu wecken. „Wir freuen uns riesig, denn der 14. Januar 1814 war für Nordeuropa ein ganz entscheidender Tag“, schwärmte Honoralkonsul Ehlers. Kulturdezernent Röttgers wies auf den neuen „Platz des Kieler Friedens“ hin, der hinter dem Warleberger Hof entstehen wird.

Wie wichtig Norwegern und Kielern das Fest in der Landeshauptstadt ist, lässt sich an einem außergewöhnlichen Wunsch ablesen: Die Reederei Color Line wurde von der Regierung Norwegens und von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig gebeten, der norwegischen Delegation einen längeren Aufenthalt in Kiel zu ermöglichen. Dazu müsste die Oslo-Fähre aus Kiel am Nachmittag des 14. Januar aber von ihrem Fahrplan abweichen – und ein bis zwei Stunden später auslaufen. Eine Entscheidung der Reederei steht nach Angaben von Geschäftsführer Jörg Rudolph noch aus.

Das Buch „Der Kieler Frieden – 1814“ ist im Wachholtz Verlag mit einer Erstauflage von 1250 Exemplaren erschienen und unter der ISBN-Nummer 978-3-529-02998-1 ab dem 14. Januar für 19,80 Euro im Handel erhältlich. Mehr zur Ausstellung, mehrsprachig, unter www.kieler-frieden.info im Internet.

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erstellt am 04.Jan.2014 | 06:50 Uhr

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