zur Navigation springen

Kiel

09. Dezember 2016 | 18:23 Uhr

Mit Video : Kieler Förde: Delfin schwimmt in die Schleuse

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Kieler Förde hat einen neuen Delfin. Doch der nahm am Samstag Reißaus und schwamm in den Nord-Ostsee-Kanal. Ein gefährlicher Ausflug.

Kiel | Ein etwa drei Meter großer Delfin hat am Wochenende mehrfach Ausflüge in die Kanal-Schleuse Kiel-Holtenau unternommen – er wurde am Samstagnachmittag sogar in den Nord-Ostsee-Kanal gelassen. Der Besuch des Meeressäugers entwickelte sich zum Besuchermagneten. Das Tier faszinierte sowohl Passagiere auf der kleinen Personen-Kanalfähre „Adler“, die zwischen Holtenau und dem Ufer Kiel-Wik pendelt, als auch Besucher auf der Schleuse. 

Schon am Freitag wurde das Tier zum ersten Mal in der Förde gesichtet. An einer Kai-Mauer in Kiel-Wik gelang es einer Passantin, den Delfin im Video festzuhalten.

Rüdiger Bock vom Verein Maritimes Viertel in Kiel, der als ehrenamtlicher Öffentlichkeitsarbeiter für das Wasser- und Schifffahrtsamt Holtenau fungiert und als Schleusenführer arbeitet, beobachtete den Delfin am Sonnabend begeistert mehrere Male von der Schleuse aus mit dem Fernglas – und hielt das Auf- und Abtauchen des Tieres im Bild fest. „Der Delfin umschwamm die Doppelrümpfe eines Katamarans, legte sich auf den Rücken, schubberte mit dem Bauch am Rumpf längs – als ob man 'Flipper' sah“, schwärmt Bock.

<p>Der Delfin näherte sich einem Katamaran und tauchte dort immer wieder auf und ab. </p>

Der Delfin näherte sich einem Katamaran und tauchte dort immer wieder auf und ab.

Foto: Bock
 

Doch auch wenn viele Beobachter den Eindruck teilten, der Delfin fühle sich wohl, so war sein Ausflug in Schleuse und Kanal nicht ungefährlich – so nah an den Schiffsschrauben großer Frachter. Bereits in der Nacht zum Sonnabend, als der Delfin in eine der Kammern schwamm, sperrten Mitarbeiter vorsorglich die Schleuse, leiteten den Schiffsverkehr durch die zweite Schleuse. Auch Wasserschutz-Polizisten waren offenbar im Einsatz. Um die Schiffe nicht aufzuhalten, nahm man davon am Sonnabend Abstand – das Tier durfte in den Kanal schwimmen. Mit einem Segelboot glitt es dann zurück in die Nordkammer und gelangte wieder in die Förde, wie Bock beobachtete. Auch danach versuchte der Delfin immer wieder, mit Schiffen in die Schleusenkammern zu schwimmen.

Derweil hat die Wasserschutzpolizei eine Warnung ausgesprochen, nachdem Besucher am Sonntag in einem Schleusenbereich baden gegangen waren, um dem Tier besonders nah zu kommen. Das Baden nahe Schleusen sei untersagt und behindere den Schiffsverkehr, teilte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei mit. Zudem rief er zur Rücksichtnahme auf den Meeressäuger auf, der sich leicht bedrängt fühlen könnte.

zur Startseite

von
erstellt am 12.Sep.2016 | 07:38 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen