zur Navigation springen

Kiel

04. Dezember 2016 | 11:20 Uhr

Zwei Festnahmen auf der „Mein Schiff 5“ : Kiel: Wie Straftäter an Bord der Kreuzfahrtschiffe gelangen konnten

vom

Zum dritten Mal hat die Bundespolizei Crew-Mitglieder eines Kreuzfahrtschiffes in Kiel festgenommen. Wie konnte es so weit kommen?

Kiel | Am Montag haben die Beamten einen 25-jährigen Mitarbeiter der „Mein Schiff 5“ im Kieler Hafen festgenommen. Der junge Mann war in Süddeutschland wiederholt „schwarz gefahren“. Zweimal war er diesbezüglich verurteilt worden, seine Schulden hatte er allerdings nie beglichen. Für 55 Tage sitzt er jetzt in der Kieler Justizvollzugsanstalt.

Warum wusste die Reederei „TUI Cruises“ nichts von den Straftaten ihres Angestellten? Laut Staatsanwaltschaft ist die Höhe der Straftat in diesem Fall zu gering, um in einem polizeilichen Führungszeugnis vermerkt zu werden. Deshalb hätte die Reederei vom Verfahren gegen ihr Crew-Mitglied nicht erfahren können.

Anders sieht es aus, wenn es sich um den Vermerk einer Bewährungsstrafe handelt. Im Fall der vorherigen Festnahme auf der „Mein Schiff 5“ hatte der 28-Jährige in Bayern wegen Betruges vor Gericht gestanden. Er war zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Weil er wiederholt gegen Bewährungsauflagen verstoßen hat, ist die Kieler Polizei auf ihn aufmerksam geworden. Am 14. Juli wurde er dem Haftrichter vorgeführt.

Anders als bei seinem „schwarzfahrenden“ Kollegen wird eine Bewährungsstrafe im polizeilichen Führungszeugnis vermerkt. Die Reederei „Tui Cruises“ hätte dadurch über die Straftat informiert werden können. „Bei den meisten deutschen Reedereien ist aber die Vorlage eines Führungszeugnisses nur dann notwendig, wenn es sich um sicherheitsrelevante Berufe wie eine Kapitäns- oder Offiziersanstellung handelt. Bei Angestellten wie Kellnern oder Animateuren wird ein Nachweis oft nicht beantragt“, erklärt Christof Schwaner vom Verband Deutscher Reeder.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Aug.2016 | 17:54 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert