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Auszeichnung : Kiel verleiht ersten Nachhaltigkeitspreis

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gefordert waren etwa Zukunftsoffenheit, Ressourcenschonung, Innovation und Vorbildfunktion – gestern hat die Stadt Kiel erstmals ihren Nachhaltigkeitspreis vergeben. Insgesamt sechs Projekte (von ursprünglich 18) wurden geehrt.

Zum ersten Mal verlieh gestern die Landeshauptstadt den Kieler Nachhaltigkeitspreis. Unter dem Motto „Plastik an und in der Kieler Förde“ hatten bis Ende November 2016 insgesamt 18 Bewerber ihre Projekte eingereicht. Jetzt stehen die Sieger fest.

Der erste Preis und 2500 Euro gingen an Marie Delaperrière und ihren Laden „Unverpackt“. Die 43-Jährige bietet Lebensmittel und Drogerieprodukte ohne Verpackung an. „Die Waren sind lose oder in Pfandgläsern. Die Kunden können ihre Behältnisse auch mitbringen und auffüllen“, erklärte Marie Delaperrière. Mit „Unverpackt“ stellte die Wahl-Kielerin aus Toulouse 2014 ein in Deutschland bislang einzigartiges Projekt zur Müllreduktion auf die Beine. Mit Vorträgen und Seminaren überzeugt sie immer mehr Menschen von ihrem Konzept. „Heute gibt es in Deutschland über 40 Läden“, erklärte die Preisträgerin.

Kristin Dahl erhielt den mit 1000 Euro dotierten zweiten Preis. Die Mitarbeiterin der Hochschulgastronomie hatte in den Kieler Mensen den Austausch von Einweg- gegen Mehrwegbecher und die Einführung von Thermogefäßen mit einem Preisnachlass für Heißgetränke eingeführt.

Den dritten Preis und je 500 Euro erhielten Klaus Reu, der in seinem Weltladen Kaffeebecher aus Bambusfasern und Maismehl vertreibt, Kunstpädagogin Friederike Rückert, die mit Schülern Unterrichtsmaterial zum Thema „Schafft den Müll aus dem Meer“ gesammelt und entwickelt hat, sowie Marlene Michaelis (14) Vesna Dittmer(15) und Stella-Marie Groß (14) für ihren Film „Der künstliche Tod“.

Im sechstägigen Green-Screen-Filmkurs konzipierten, filmten und schnitten die Schülerinnen ihre eigene 20-minütige Reportage über Plastik in den Meeren und Vogelschutz. „Wir möchten mehr Leute auf das Thema aufmerksam machen“, sagte Marlene, „darauf, dass zum Beispiel der Basstölpel auf Helgoland sein Nest nur noch mit Plastikmüll baut und sich irgendwann stranguliert.“

Eine Urkunde gab’s gestern auch für Dirk Lindenau. Er hat ein Konzept entworfen, wie Schiffe – zu Abfallverwertungsanlagen umgebaut – die Ozeane von Kunststoffmüll befreien.

Bewertungskriterien für den Kieler Nachhaltigkeitspreis waren etwa Zukunftsoffenheit, Ressourcenschonung, Innovation und Vorbildfunktion. Die Jury bildeten Baudezernent Peter Todeskino, Ulrike Hunold vom BUND, Umweltschutzamt-Leiter Andreas von der Heydt und jeweils ein Mitglied der Ratsfraktionen.

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erstellt am 07.Mär.2017 | 19:49 Uhr

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