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Tanze, Filmen, Trommeln : Junge Künstler im Rampenlicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei der gestrigen Verleihung des Kieler Kulturpreises bewies der Nachwuchs, wie viel Fantasie, Geschick und Disziplin in ihm steckt. Unter neun Bewerbungen wurden drei für eine besondere Auszeichnung ausgewählt.

Wie Recht sie hat! Unter Berufung auf den großen Kabarettisten Karl Valentin erklärte die Theaterpädagogin Martina Vanicek gestern im Kultur-Forum im Neuen Rathaus: „Kunst macht viel Arbeit.“ Das zeigte sich auch bei der Verleihung des Kieler Kulturpreises für Kinder und Jugendliche. So federleicht die prämierten Projekte auf der Bühne daherkommen – dahinter steckt monatelanges diszipliniertes Training in einer verschworenen Gemeinschaft.

Unter neun Bewerbungen hat die Jury drei Arbeiten hervorgehoben. Alle besitzen sie neben der künstlerischen Darstellung einen aktuellen sozialpolitischen Hintergrund. So thematisieren die jungen „Smiley Kids“ der Tanzschule K-System in ihrem Tanzstück „Hide and Seek“ das Zusammenleben von Heimkindern. Ein Jahr lang haben die zwei Dutzend Mädchen mit Tanzlehrerin Elena Kraft an der Choreographie geschliffen. Jetzt durften sie aus den Händen von Stadtpräsident Hans-Werner Tovar und Kulturdezernent Wolfgang Röttgers neben der Urkunde auch einen 800-Euro-Scheck in Empfang nehmen.

Die „Smiley-Kids“ teilen sich den ersten Preis mit Hille Norden und ihrem Film-Team. Die 18-Jährige ist Autorin, Regisseurin und Hauptdarstellerin im Spielfilm „Jola“ – und überhaupt ein kreativer Tausendsassa. Hille Norden hat bereits geschauspielert und sich auch als Poetry-Slammerin einen Namen gemacht. In „Jola“ beschreibt sie die an Selbstaufopferung grenzende Suche eines Trennungskindes nach Orientierung. Drogen, sexuelle Gewalt, Langeweile – alles kommt zur Sprache. Vorsorglich warnte die Preisträgerin gestern das junge Publikum: „Nehmt keine Drogen, es endet böse.“ Kleine Hoffnung des Film-Teams: Der mit dem Kulturpreis verbunderne Würdigung ihrer Produktion möge helfen, für „Jola“ endlich auch eine Verleihfirma zu finden.

Den dritten Preis erhält die Tanzwerkstatt Gaarden des Awo-Bürgerzentrums in der Räucherei für ihr Tanztheaterprojekt „Chavale – Stadtteilkinder auf den Spuren der Roma“. Chavale bedeutet in der Sprache der Roma „Kinder“. Das Bühnenstück „Chavale“ soll Gästen im Jugendtreff „Kick“ helfen, mit dem Tanz Sprachbarrieren zu überwinden. Pädagogin Alexandra Reder hatte insbesondere die Familien bulgarischer Sinti und Roma im Auge, die auf dem Ostufer in überbelegten Wohnungen leben. „Wir sind in der Räucherei das Kinderzimmer“, so die Betreuerin. Oktay (14) schlug an den Tablas den Rhythmus für den Tanz von Arzu, Stephanie und Levke. Mit den 400 Euro an Preisgeld sollen jetzt Kostüme und auch eine neue Trommel angeschafft werden.

Übrigens: Die Bewerbung für den Nachwuchs-Kulturpreis läuft bereits. Nähere Informationen gibt es auf der Kieler Internetseite (www.kiel.de/kultur/ preise) oder bei Ruth Skibowski (VHS-Kunstschule), Tel. 0431  / 901  -  34  09 oder per E-Mail an Skibowski@foerde-vhs.de.
 

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erstellt am 19.Mär.2017 | 17:58 Uhr

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