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Kiel

04. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

Kiel : Jugendstrafe für 21-Jährigen nach Attacke auf Polizisten

vom

Ein Mann schlägt einen Kieler Polizisten krankenhausreif. Dafür bekommt der 21-Jährige eineinhalb Jahre Jugendstrafe.

Kiel | Für eine brutale Faustattacke auf einen Polizeibeamten in Kiel hat das Amtsgericht den 21 Jahre alten Angeklagten am Montag zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt. Wie Oberstaatsanwalt Alexander Ostrowski sagte, sah das Gericht die Tatbestände Körperverletzung, Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Bedrohung als erwiesen an.

Der 37-jährige Polizist hatte während einer Kontrolle im Problemstadtteil Gaarden am 30. Juli infolge des Faustangriffs Frakturen des Joch- und Nasenbeins sowie der Augenhöhle erlitten. Er musste operiert werden und war zweieinhalb Monate lang dienstunfähig.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach Erwachsenenstrafrecht eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten gefordert. Ihre Anklage lautete auf gefährliche Körperverletzung. Das Gericht erkannte Ostrowski zufolge aber keinen Vorsatz in der Attacke. Der Mann habe spontan zugeschlagen. So blieb das Gericht bei Körperverletzung ohne den Zusatz „gefährlich“. Die Verteidigung hatte dafür plädiert, auf den 21-Jährigen das Jugendstrafrecht anzuwenden und stellte keinen konkreten Antrag.

In der Altersgruppe von 18 bis 21 Jahren muss abgewogen werden, ob Angeklagte nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht zu behandeln sind. Dabei ist zu prüfen, ob der Angeklagte einem Jugendlichen gleichzusetzen und ob die Verfehlung jugendtypisch ist. Das Amtsgericht entschied sich dafür, in diesem Fall das Jugendstrafrecht anzuwenden. Während des Prozesses hatte der Angeklagte seine Schuld gestanden. „Ich wollte auf keinen Fall, dass Sie so schwer verletzt werden“, hatte der Angeklagte zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht zu dem Beamten gesagt und um Entschuldigung gebeten.

Nach Angaben einer Rechtsmedizinerin hatte der 37-Jährige großes Glück, dass er nach der Attacke nicht auf den Hinterkopf stürzte. Dann hätten die Folgen ein tödliches Hirnödem oder Ersticken durch das Einatmen von Blut sein können. 

Der aus vollem Lauf geführte überraschende Schlag hatte den Polizisten mit großer Wucht von der Seite getroffen. Auslöser war eine polizeiliche Überprüfung von zunächst etwa zehn jungen Männern. Aus dieser Gruppe heraus sollen zwei in einem Polizeiwagen sitzende Beamte mit einem Laserpointer geblendet worden sein. Der später verletzte Beamte gehörte zur herbeigerufenen Verstärkung. Anfangs war Situation noch ruhig, dann eskalierte sie während der Polizeikontrolle.

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erstellt am 21.Nov.2016 | 16:15 Uhr

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