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Kiel

07. Dezember 2016 | 19:29 Uhr

gross-Baustelle : In der Innenstadt wird es eng

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Sommer 2017 beginnen die Arbeiten am ehrgeizigen Projekt „Kiel-Kanal“. Die Holstenbrücke ist dann für Autofahrer gesperrt. Der Verkehr muss ausweichen, aber die Routen Kaistraße oder Knooper Weg sind heute schon stark belastet.

In der Innenstadt wird es eng. Im Sommer 2017, gleich nach der Kieler Woche, beginnen die Arbeiten für den sogenannten „Kiel-Kanal“, das riesige Wasserbassin neben dem Bootshafen. Spätestens ab September steht die Holstenbrücke den Autofahrern dann nicht mehr zur Verfügung. Sie müssen ausweichen, etwa auf den Knooper Weg oder die Kaistraße – beide Strecken sind in Stoßzeiten allerdings schon heute überlastet. Mit einem cleveren Baustellen-Management und einer gezielten Verkehrslenkung will die Stadt den drohenden Kollaps im Zentrum der Landeshauptstadt vermeiden.

Bürgermeister und Baudezernent Peter Todeskino spricht von einem sehr komplexen Vorgang. Sein Amt brütet gegenwärtig über den verkehrstechnischen Details der verschiedenen Bauphasen vom Juli 2017 bis Jahresende 2019 – dann soll der Kiel-Kanal als neue millionenschwere Attraktion im Zentrum Besucher anlocken. Ende dieses Monats sollen die Pläne so weit gereift sein, dass Todeskino mit seinen Kollegen den Stadtteilbeirat und die Einzelhändler in der Innenstadt über den Ablauf der gewaltigen Baumaßnahme unterrichten kann.

Immerhin: Das Bauamt verspricht, dass während der gesamten Bauzeit sämtliche Parkhäuser und größeren Parkplätze in der Innenstadt erreichbar bleiben, wenn auch nicht immer auf den gewohnten Anfahrtstrecken. Fußgänger und Radfahrer sind vom Tiefbau an der Holstenbrücke kaum betroffen, sie müssen lediglich „mit geringfügigen Einschränkungen“ leben. Auch die KVG-Busse werden auf den üblichen Linien Altstadt und Innenstadt anfahren, zeitweilig müssen sich die Passagiere an provisorische Haltestellen auf den Ausweichstrecken gewöhnen. Das sind die Menschen im Großraum Kiel allerdings seit Jahren schon von der Kieler Woche her gewohnt. Mit dem feinen Unterschied, dass der Zeitraum jetzt zweieinhalb Jahre und nicht neun Tage beträgt.

Die Situation in der Kieler Innenstadt wird auch von anderen Faktoren geprägt. Beispielsweise von der Baustelle auf dem Zob-Gelände. Bis 2018 sollen laut Todeskino der neue Zob und das sechsgeschossige Parkhaus stehen. Entscheidend für die Verkehrslage dürfte auch die Zukunft des zurzeit noch gesperrten Jensendamms sein. In einem Jahr bereits soll diese wichtige Verbindung am Kleinen Kiel aber wieder durchgehend befahrbar sein.

Die politische Kooperation von SPD, Grünen und SSW erwartet von der Verwaltung wiederum Antworten auf die Frage, wie die hohe Feinstaub-Belastung der Anwohner an der engen Bahnhofstraße (der Verlängerung der Kaistraße Richtung B  76) reduziert werden kann. Bislang nehmen viele Lastwagen, die von den Schwedenfähren herunterrollen, diese Route auf dem Weg zur Autobahn Richtung Süden. Künftig soll nach dem Willen der Kooperation zumindest ein Teil des Schwerverkehrs auf die innerstädtische Trasse Ziegelteich  /  Exerzierplatz  /   Schützenwall verlagert werden. Das aber wiederum bedeutet Auswirkungen auf den Platz vor der Hauptpost. SPD, Grüne und SSW verlangen, dass die Verwaltung Ideen entwickelt, wie der Verkehr auf dem Stresemannplatz zukünftig aussieht.

Erleichterung verspricht sich Todeskino von einer modernen Telematik-Anlage, die den Verkehr von und zur Autobahn umfassend lenkt und auf die verschiedenen Haupttrassen verteilt. Dafür müsste aber wohl der alte Verkehrsrechner erneuert werden. Er steht seit 20 Jahren im Keller des Neuen Rathauses. Für die Bewältigung der gestiegenen Aufgaben auf den Kieler Straßen dürfte seine Kapazität nicht mehr ausreichen.  

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erstellt am 02.Nov.2016 | 18:52 Uhr

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