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Kiel

05. Dezember 2016 | 13:36 Uhr

35. Deutscher Seeschifffahrtstag : Hafenfest als Spiegel maritimer Vielfalt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Traditionssegler-Regatta, Taufe einer Meeres-Müllabfuhr und modernste Schiffe: Tausende Besucher zog es am Wochenende zur Festmeile in Kiel.

Sie hatten auf 100  000 Besucher gehofft, die Organisatoren des Hafenfests zum 35. Deutschen Seeschifffahrtstag in Kiel. Auch wenn er keine offiziellen Zahlen nennen konnte, so war Dr. Jürgen Rohweder vom Nautischen Verein zu Kiel gestern sehr zuversichtlich, dieses Ziel erreicht zu haben: „Über den Zulauf sind wir mehr als begeistert. Es hat sich gelohnt dafür zwei Jahre zu ackern.“ Kein Wunder: Blauer Himmel, blaue Förde und Sonne satt trugen dazu bei, dass unzählige Besucher am Wochenende zum Hafen schlenderten.

„Fest am Meer“: Man konnte sich treiben lassen oder genau die Schiffe besichtigen, die man sonst immer nur von außen sieht: Den Stations-Katamaran „Elbe“ der Lotsen, das riesige Ölauffangschiff „Bottsand“ des Havariekommandos, das Küstenwachboot „Falshöft“, das Forschungsschiff „Littorina“ oder eine Korvette der Marine. Kurzum: „Der Hafen war knackevoll“, so Rohweder. Damit sei auch das Ziel erreicht worden, in Kiel die maritime Vielfalt – Wirtschaft, Wissenschaft, Schifffahrt, Schiffbau und mehr – abzubilden.

Schiffstaufe: Ein Höhepunkt des Fests war gestern die Taufe des in Lübeck gebauten Müllsammelschiffs „Seekuh“. Prominente Förderin und Taufpatin war Annunziata Gräfin Hoensbroech aus Köln. Der Katamaran war im Auftrag des Vereins „One Earth - One Ocean“ gebaut worden. Er soll mit einem Netz zwischen den Rümpfen bis zu zwei Tonnen Plastikmüll aus Gewässern aufsammeln können. Im nächsten Jahr soll die „Seekuh“ etwa vor Hongkong Müll sammeln. Der Bau des Schiffs kostete rund 250  000 Euro, wurde aus Spenden finanziert. Günther Bonin („One Earth - One Ocean“) kündigte einen Nachfolger an; in fünf Jahren soll die „Seeelefant“ – ein umgebauter Öltanker – Müll aufnehmen und in Energie umwandeln.

Regatta: Rund 20 Traditionssegler zogen am Sonnabendvormittag alle Blicke auf sich, als sie von der Hörn aus in Richtung Kiellinie fuhren. Schaulustige saßen schon mit Fernglas am Ufer bereit, um sich die kleinen und großen Segler bei der Regatta mal genauer anzusehen. „Einige habe ich noch nie gesehen. Schön, dass man das hier in Kiel erleben kann. Ist nicht so voll wie bei der Kieler Woche und man kann in Ruhe gucken“, sagte Hermann Bade (62), während er mit seiner Ehefrau von der Reventloubrücke aus begeistert aufs Wasser blickte. Zum ersten Mal bei der Kieler Traditionssegler-Regatta dabei war zum Beispiel die „Zuversicht“ mit ihren imposanten, rostroten Segeln. „Mehr als hundert Jahre hat die schon auf dem Buckel – und fährt immer noch“, so der Schiffsliebhaber.

Konzerte: Musik in ganz besonderer Atmosphäre konnten die Besucher am Germaniahafen erleben. Auf einem der Traditionssegler spielte etwa das Trio „Brendan Lewis“. In der Sonne lauschten die Besucher entspannt auf Bänken und Treppen den Klassikern von Simon and Garfunkel und Bruce Springsteen. Auch das Duo „Ohlhoff & Schwarz“ sorgte mit Ziehharmonika und nordischen Volksliedern für maritime Stimmung. Rockiger ging es an der Hörn zu. Mit „Tears for Beers“ stand eine Kieler Kultband auf der Bühne. „Die gehören einfach zum Kieler Fest dazu“ – so das Fazit von Maren Dreyer, 52, aus Kiel.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 06:04 Uhr

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