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Kiel

07. Dezember 2016 | 09:37 Uhr

Fürstentum Monaco : Fürst Albert in Kiel: Wer sind eigentlich diese Grimaldis?

vom

Fürst Albert aus dem Haus Grimaldi nahm am Montag einen Preis in Kiel entgegen. shz.de stellt die Grimaldis vor.

Hoher Besuch: Fürst Albert II. von Monaco kam am Montag nach Kiel, um dort den Deutschen Meerespreis entgegenzunehmen. shz.de erklärt, was es mit dem royalen Gast auf sich hat und warum der Besuch nicht nur beruflicher Natur sein müsste.

Das Fürstentum Monaco ist mit einer Fläche von nur zwei Quadratkilometern nach dem Vatikan der zweitkleinste Staat der Welt. Die Familie Grimaldi gehörte zum Patriziat der Republik Genua. Im Hochmittelalter wurden die Grimaldis in einer Schlacht aus Genua vertrieben und zogen Richtung Westen. 1297 eroberten sie die Festung Monaco im Südosten Frankreichs. Seither herrscht die Familie - mit einigen Unterbrechungen - über den kleinen, aber feinen Landstreifen an der Côte d'Azur.

Das Wappen des Fürstentums von Monaco.
Das Wappen des Fürstentums von Monaco. Foto: Jens Büttner
 

Im 20. Jahrhundert modernisierte Fürst Rainier III. das Land in seiner fast 56-jährigen Herrschaft gründlich. Internationale Aufmerksamkeit gewann Monaco, als Rainier 1956 den Hollywoodstar Grace Kelly („Über den Dächern von Nizza“) heiratete. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder: Caroline, Albert und Stéphanie. Die Fürstin Gracia Patricia starb 1982 bei einem Autounfall.

Ein schönes und glamouröses Paar - der Fürst und die Fürstin in den 60er Jahren.
Ein schönes und glamouröses Paar - der Fürst und die Fürstin in den 60er Jahren. Foto: Europa Press
 

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2005 kam Fürst Albert II. an die Macht. Sein von den Medien aufmerksam verfolgtes Junggesellendasein endete 2011 mit der Heirat der 20 Jahre jüngeren Südafrikanerin Charlène Wittstock. Die ehemalige Schwimmerin nahm 2000 an den Olympischen Spielen in Sidney teil und gewann mehrmals Gold bei den Afrikaspielen. Am 10. Dezember 2014 kamen ihre Zwillinge Gabriella und Jacques zur Welt. Obwohl Prinzessin Gabriella zwei Minuten schneller als Jacques war, hat ihr Bruder als männlicher Nachkomme nach den Regeln des Fürstentums in der Thronfolge Vorrang.

Fürst Albert und Fürstin Charlène mit ihren Zwillingen in Monaco.  
Fürst Albert und Fürstin Charlène mit ihren Zwillingen in Monaco.   Foto: Sebastien Nogier

Aus den Medien bekannt sein dürfte auch Alberts Schwester Caroline. 1983 heiratete sie den italienischen Unternehmersohn Stefano Casiraghi, der bei einem Unfall mit einem Speedboot ums Leben kam. In dritter Ehe ehelichte sie 1999 Prinz Ernst August von Hannover, der hierzulande vor allem wegen mehrerer Gewaltausbrüche und Gerichtsprozessen im Gedächtnis geblieben ist. Weil er auf der Expo 2000 in Hannover gegen den türkischen Pavillon urinierte, brachte ihm das den Namen „Pinkelprinz“ ein.

Während es den monegassischen Fürsten diesmal aus beruflichen Gründen nach Schleswig-Holstein verschlagen hat, hätte der Fürst den Besuch auch für eine Art Familienzusammenkunft nutzen können - zumindest auf den zweiten Blick.

Denn: Fürst Alberts Schwester Caroline schlug durch ihre Hochzeit mit Ernst August von Hannover die Verbindung der Monegassen in den Hochadel ein. Der Grund: Das Haus Hannover war eine deutschstämmige Dynastie, aus der sogar englische Könige und Königinnen hervorgingen. Angefangen mit Georg I. (1714-1727) und zuletzt Viktoria (1837-1901) mit der das „Hanoverian England“ endete. Es folgte das Haus Sachsen-Coburg und Gotha, das im Vereinigten Königreich unter dem Namen Haus Windsor mit Queen Elisabeth II. an der Spitze regiert.

Auch in Schleswig-Holstein kann der Adel eine Brücke zum Buckingham Palace in London schlagen - und zwar bis zum amtierenden Königspaar. Philip, Duke of Edinburgh und Ehemann von Königin Elisabeth II. gehört väterlicherseits dem Geschlecht Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg an.

Wenn also schon nicht aus einem Hause, so würde Albert in Schleswig-Holstein dennoch Adelige finden, mit denen er sich über die Verwandtschaft in England unterhalten könnte.

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erstellt am 12.Sep.2016 | 15:27 Uhr

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