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Kiel

09. Dezember 2016 | 20:32 Uhr

Musikschule : Eine Frage der richtigen Töne

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die neuen Angebote und die geänderten Strukturen haben gezogen: Die Kieler Musikschule begrüßt wieder mehr Teilnehmer. Längst stellen auch die Senioren einen erklecklichen Anteil unter den Schülern – offenbar lebt es sich im Alter gut mit den passenden Takten.

Neue Kurse, mehr Schüler, stärkere Kooperation mit Schulen und Kitas, wachsende Einnahmen: Die Musikschule Kiel hat die Wende geschafft. Zum Kundenstamm gehören längst nicht allein die jugendlichen Gitarristen, Trommler, Geiger und Pianisten. Immer stärkeres Gewicht erhalten Kurse für die ältere Generation. Der demographische Wandel vollzieht sich eben auch in der Musikausbildung, wie Rainer Engelmann in seiner persönlichen Bilanz betont.

Engelmann übernahm die Leitung der Musikschule vor dreieinhalb Jahren. Er hat seit 2013 einige Veränderungen durchgesetzt. Das Showtrommeln gehört mittlerweile ebenso zum Programm wie Kurse für die Baglama, das bei Griechen und Türken so populäre Saiteninstrument. Es gibt neue Tanzgruppen für Kinder wie für Erwachsene. Das Kennlern-Angebot „Instrumente begreifen“ gilt für die Allerkleinsten, der „Best Agers Chor“ gilt als Angebot an die älteren Semester.

Das alles hat dazu geführt, dass die Schülerzahlen in der Musikschule binnen drei Jahren von 1293 auf 1604 gestiegen sind. Dabei hilft wohl auch auch die Unterrichtsumstellung von den bisherigen Kalenderjahren an die Schuljahre. Seitdem können die Musikstunden vor allem beim jugendlichen Nachwuchs besser an den Lebensalltag angepasst werden.

Es existiert zudem eine neue Entgeltordung, die Geschwisterkindern einen Rabatt auf die übliche Gebühr einräumt. Das war bisher nicht der Fall. Über die Bildungsgutscheine ist auch Kindern aus Hartz-IV-Haushalten der Unterricht möglich.

Stolz ist Engelmann auch die Abmachung mit den Vertretern der Gema. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte wacht streng über das Urheberrecht von Komponisten. Man habe sich bislag häufig im rechtlichen Graubereich bewegt, sagt der Leiter der Musikschule. Künftig gilt eine klare Regelung: Für eine Abgabe von rund einem Euro pro Monat und Schülern ist das Vervielfältigen von Notensätzen ohne schlechtes Gewissen möglich.

Angeschoben hat Engelmann auch die internationalen Kontakte. Mit Vertretern von Kieler Partnerstädten in Estland, Polen oder Russland wurden schon gemeinsame Konzerte ausgerichtet und Studienreisen vereinbart.

Insgesamt bietet die Musikschule mit ihren 80 Musiklehrern Unterricht an 30 verschiedenen Instrumenten an. Vom Akkordeon über Percussion bis zum Violoncello. Selbst „Exoten“ wie Laute, Dudelsack oder Harfe können belegt werden – hier allerdings ist die Teilnehmerzahl traditionell gering.

Eine gute Möglichkeit, das Programm zu erkunden und Auskünfte einzuholen, besteht beim Tag der Offenen Tür. Am Sonntag, 27. November, öffnet die in der früheren Seibelschen Margarinefabrik (Schwedendamm 8) untergebrachte Musikschule von 11 bis 16 Uhr ihre Tore. Die Gäste können sämtliche Instrumente   ausprobieren. Und   die haus-eigene „Talentbühne“ zeigt ihnen, welche Fortschritte Jung und Alt in der Musik machen.  

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erstellt am 14.Nov.2016 | 18:38 Uhr

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