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Kiel

10. Dezember 2016 | 21:32 Uhr

Ein Schiffsbauch voller Wissenschaft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ausstellungsfrachter „MS Wissenschaft“ startet Tour durch 33 deutsche Städte in Kiel / Bis 8. Mai am Willy-Brandt-Ufer, danach in Rendsburg

Früher hatte es Kohle und Container geladen, jetzt transportiert das Binnenfrachtschiff „MS Wissenschaft“ neue Erkenntnisse aus der Welt der Meeresforschung nach Kiel: In der Landeshauptstadt begann gestern das Ausstellungsschiff des Bundesbildungsministeriums seine große Tour durch 33 deutsche Städte. Ein Auftakt mit Symbolkraft: So liegt die Wiege der Meeresforschung an der Kieler Förde, wie Prof. Dr. Peter Herzog vom Kieler Geomar erklärte: Ein Wissenschaftler habe dort im Jahr 1697 erstmals den Salzgehalt des Ostseewassers bestimmt.

Mehr als 300 Jahre später, im Wissenschaftsjahr 2016/17, zeigt das Frachtschiff bis September die Mitmach-Ausstellung „Meere und Ozeane“. Denn noch immer bergen die Meere dieser Welt viele Rätsel, wollen Polarforscher wie Prof. Dr. Antje Boetius aus Bremen ergründen, wie der Mensch und Klimawandel die Ozeane beeinflussen – „und wie wir diese schützen können“, so Boetius, Vorsitzende des Lenkungsausschusses der Initiative von Wissenschaft im Dialog, welche die Ausstellung realisiert. Einer ihrer Vorgänger habe übrigens in Kiel an der Hörn beim Blick auf einen Binnenfrachter die Idee zur „MS Wissenschaft“ gehabt, hieß es. Im Jahr 2002 ging das Schiff an den Start.

Überfischung, Übersäuerung, Vermüllung – auf spielerischem Weg können die Besucher der Schau genau diesen Problemen auf den Grund gehen. In den Tiefen des Schiffsbauchs verbirgt sich ein Erlebnis-Pfad, dessen Exponate besonders Kinder und Jugendliche ansprechen dürften. Das „blaue Wunder“ hält Experimente, Computerspiele und ein Tiefseekino bereit. An verschiedenen Stationen können auch Schulklassen auf eine kleine Expedition gehen und Küstenraum, Hochsee, Tiefsee und Eismeer entdecken. Mit Hilfe einer 3-D-Brille in ein virtuelles tropisches Korallenriff abtauchen, durch Springen einen imaginären Tsunami verursachen oder in einem Computerspiel erkennen, ab wann Fischerei nicht mehr nachhaltig ist – Schüler wie Mika Röhrs (14) von der Hebbelschule aus Kiel haben gestern bereits von diesen Aspekten der Wasserwelt faszinieren lassen: „In der Grundschule wollte ich immer Meeresbiologe werden“, sagte Mika.

Die schwimmende Ausstellung kostet rund eine Million Euro, erwartet werden in diesem Jahr mindestens 100  000 Besucher. Nach dem Auftakt in Kiel, wo das Schiff bis zum 8. Mai am Willy-Brandt-Ufer liegt, ist es vom 9. Mai bis zum 11. Mai im Rendsburger Kreishafen zu besichtigen (Höhe Hafenamt). Der Eintritt ist kostenfrei.

>  Öffnungszeiten: täglich 10 bis 19 Uhr. Führungen: täglich 17 Uhr, sonn- und feiertags/ in Ferienzeiten 11 und 17 Uhr. Geeignet ist die Schau für Schüler ab zwölf Jahren. Termine für Schulklassen sind ab 9 Uhr buchbar. Für Gruppen ab zehn Personen ist eine Anmeldung auf www.ms-wissenschaft.de/schulen erforderlich. Am Sonnabend und Sonntag, 7./8. Mai gibt es eine offene Ozeanwerkstatt – Interessierte können teilnehmen (Anmeldung: ms-wissenschaft.de/mitmachen.

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erstellt am 04.Mai.2016 | 06:09 Uhr

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