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Kiel

24. März 2017 | 14:57 Uhr

Kiel : Ehefrau vor Kindergarten mit Küchenmesser getötet – Täter in U-Haft

vom

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 40-jährigen Ehemann Totschlag vor.

Kiel | Nach dem gewaltsamen Tod einer 34-Jährigen auf offener Straße in Kiel sitzt der dringend tatverdächtige Ehemann seit Donnerstag in Untersuchungshaft. Ein Amtsrichter in Kiel habe einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des vollendeten Totschlags stattgegeben, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler. Der Haftbefehl wurde einer Polizeimitteilung zufolge sofort vollstreckt. Der Mann habe sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

 

Die Frau sei mit einem Küchenmesser getötet worden, sagte Bieler. Dies habe die vorläufige Obduktion ergeben. Mit dem vollständigen Ergebnis werde erst in den kommenden Tagen gerechnet. Die Polizei hat die Tatwaffe sichergestellt. Der 40 Jahre alte Tatverdächtige kam ins Gefängnis nach Neumünster.

Dass dem Tatverdächtigen Totschlag und nicht Mord vorgehalten wird, begründete Bieler mit den dafür bisher nicht nachgewiesenen notwendigen Mordmerkmalen wie Heimtücke, Habgier oder niedrige Beweggründe. „Nur weil jemand einen anderen bewusst tötet, ist es noch nicht zwangsläufig juristisch ein Mord.“ Der Tatverdächtige habe sich bisher nicht zu dem Geschehen geäußert. Es sei nicht auszuschließen, dass die Anklage statt Totschlag am Ende auch auf Mord lauten könnte - das hänge von den weiteren Ermittlungsergebnissen ab.

Der Mann soll seine Frau am Mittwochmorgen um 9 Uhr im Kieler Stadtteil Neumühlen-Dietrichsdorf angegriffen haben. Die Polizei geht von einem Beziehungsstreit des getrennt lebenden Paares aus. Die Gewalttat ereignete sich in direkter Nähe der Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule und der städtischen Kindertagesstätte am Wasserturm.

Die drei Kinder des Paares im Alter von fünf bis 15 Jahren wurden gemeinsam in einer Pflegefamilie untergebracht, wie Stadtsprecherin Annette Wiese-Krukowska am Donnerstag sagte. Sie werden psychologisch betreut. Der fünfjährige Sohn soll Zeuge des Angriffs gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich dazu nicht.

Über das Scheitern der Ehe berichtete eine Freundin der Getöteten. Vergangenen Sommer habe die Frau sich getrennt. „Sie hat das nach einem Türkeiurlaub entschieden, bei dem er sie brutal zusammengeschlagen hat, ihr und den Kindern die Pässe wegnahm und dann einfach allein nach Deutschland zurückflog“, sagte die Freundin. Die Mutter soll mit ihren drei Kindern ausgezogen sein, vor ein paar Tagen habe ihr ein Gericht das alleinige Sorgerecht zugesprochen.

Das habe der Ehemann nicht verkraftet. Dabei habe es eine Besuchsregelung gegeben. Die Mutter habe ihren Kindern gesagt: „Er bleibt euer Papa“; sie sei eine herzensgute Frau gewesen, berichtete die Freundin. Nach dpa-Informationen war das Jugendamt bereits vor dem Angriff mit dem Fall der Familie beschäftigt.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 17:27 Uhr

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