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Bilderdiebe : Dreister Raub im Reihenhaus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kunstwerke im geschätzten Wert von 300 000 Euro erbeuteten Diebe in einem Kieler Reihenhaus. Die Polizei rätselt noch: Waren Profis am Werk, oder handelt es sich um die Tat „zufälliger“ Einbrecher?

Ein dreister Raub am Klausbrooker Weg in der Wik gibt der Kieler Polizei Rätsel auf. Hatten es Profis auf die Kunstsammlung eines Kielers abgesehen, oder fielen die Werke Einbrechern vielleicht nur „zufällig“ in die Hände. Tatsache ist: Gestohlen wurden insgesamt 15 Gemälde und eine antike Vase. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen dürfte der Gesamtwert der Beute bei 300  000 Euro liegen.

Die Tat ereignete sich nach Angeben der Polizei bereits am vergangenen Wochenende. In der Nacht von Sonntag auf Montag, vermutlich in den beiden Stunden nach Mitternacht, stiegen die Langfinger in das Reihenhaus ein und hängten die Bilder ab. Eine Alarmanlage hat nicht angeschlagen. Bei seiner Rückkehr bemerkte der Bewohner den Einbruch und das Fehlen der wertvollen Kunstwerke. Angesichts der großen Ausbeute gehen die Ermittler von mehreren Tätern aus. Es wird auch eine Weile gebraucht haben, das sperrige Diebesgut zu verladen. Wahrscheinlich haben die Einbrecher für den Abtransport ein Fahrzeug benutzt.

Die Gemälde stammen von Kunstauktionen. Zumeist klassische Werke aus dem 19. Jahrhundert fielen den Einbrechern in die Hände, so das 1839 entstandene Porträt „Kaiser Friedrich Barbarossa“ von Carl Friedrich Lessing, „Kopf einer jungen Römerin“ aus der Werkstatt von Anselm Feuerbach oder der von Licht und Schatten geprägte „Blick durch einen Kreuzgang auf eine gotische Kirchenruine“ von Carl Hasenpflug. Wie die Polizei gestern mitteilte, beläuft sich der Gesamtwert der Diebesbeute inklusive einer apulischen Vase aus dem vorchristlichen 4. Jahrhundert auf etwa 300  000 Euro. Diese Schadenschätzung beruht auf Angaben des Eigentümers.

Die Kriminalpolizei sucht nach Zeugen, die den Einbruch oder den Abtransport der Bilder beobachtet haben. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 0431/ 160  33  33 entgegen. Weiterhin werden Personen gesucht, denen die Gegenstände zum Kauf angeboten wurden. Auf den Internetseiten der Landespolizei sind sämtliche gestohlenen Gegenstände abgebildet. Erfahrungsgemäß wird gerade in der Kunstszene das Diebesgut irgendwann einem Experten vorgelegt. Der Verkauf der gestohlenen Ware dürfte nicht einfach sein, da Kunstkenner die Gemälde schnell dem Einbruch zuordnen könnten. Für das Wiederauffinden der Gemälde und der antiken Vase hat der Kieler Sammler eine Belohnung von 3000 Euro ausgelobt.  

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erstellt am 17.Mär.2017 | 18:36 Uhr

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