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Kiel

11. Dezember 2016 | 01:28 Uhr

Kiel und Schönkirchen : Drei Kinder missbraucht - 39-Jähriger muss knapp vier Jahre ins Gefängnis

vom

Laut der Mutter sind die Kinder schwer traumatisiert. Der Mann gestand unter Tränen.

Kiel | Sie nannten ihn Papa: Ein 39-Jähriger hat sich über ein Jahr lang an den drei Kindern seiner Lebensgefährtin vergangen. Dafür muss er jetzt drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht verurteilte den Angeklagten am Donnerstag wegen sexuellen Missbrauchs in 36 Fällen.

Der Mann hatte die Übergriffe von Ende 2014 bis Frühjahr 2016 im Prozess unter Tränen gestanden und tiefe Reue gezeigt. Unmittelbar vor der Urteilsverkündung ließ er der Mutter der Kinder durch seinen Verteidiger 5000 Euro Schmerzensgeld in bar überreichen.

Der 39-Jährige hatte sich der Polizei gestellt, als die zwei Mädchen und der kleine Junge sich der Tante und der Mutter offenbarten. Damit ersparte er ihnen die Aussage vor Gericht, hielt ihm der Vorsitzende Richter zugute. Zugleich habe er der Mutter „schon zu einem frühen Zeitpunkt die Belastung genommen, ob sie ihren Kindern glauben könne“, sagte er.

Auch das volle Geständnis des Angeklagten vor der Polizei und dann vor Gericht wirkte sich strafmildernd aus. Das erlebe man in derartigen Fällen kaum, betonte der Vorsitzende. Für den Angeklagten spreche nicht nur dessen Reue. Die Richter werteten positiv, dass er bereit sei, Verantwortung für seine Taten zu übernehmen und unbedingt eine Therapie wolle. Auch dass der Mann den drei Kindern insgesamt 13.000 Euro Schmerzensgeld zahlen werde, wirkte sich im Strafmaß zu seinen Gunsten aus.

Der Vorsitzende Richter stellte aber zugleich klar: Der Angeklagte „hat schweres Unrecht begangen. Die Taten können nicht wieder gutgemacht werden“. Mit einer Therapie könne er aber dafür sorgen, dass sich solche Taten nicht wiederholten. 

Die zwei Mädchen und der Junge hatten den Angeklagten als Papa akzeptiert, der in der kleinen Familie auch Erziehungsaufgaben übernahm. Das Paar war rund vier Jahre zusammen und hat auch ein gemeinsames Kind. Alle drei Kinder der Mutter sind nach deren Aussagen schwer traumatisiert und auf Therapie angewiesen.

Die Übergriffe ereigneten sich in Kiel und Schönkirchen. Vor dem Urteil hatten sich Gericht und Prozessbeteiligte für den Fall eines Geständnisses auf eine Strafobergrenze von viereinhalb Jahren verständigt.  

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erstellt am 22.Sep.2016 | 16:10 Uhr

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