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Kiel

27. Februar 2017 | 14:46 Uhr

Gärten neben dem Beton : Die neuen Grünen der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Bewegung „Urban Gardening“ findet immer mehr Anhänger. Auch in Kiel: Mitten in der Stadt entstehen überall kleine natürliche Oasen. Erste erfolgreiche Projekte für junge Menschen mit dem „grünen Daumen“ laufen in Hassee und auf dem Ostufer.

Die Jugendbewegung in den Städten hat ein neues Feld entdeckt – im wahrsten Sinne des Wortes. Auf kleinen grünen Flächen, umgeben oft von Parkplätzen, Wohnbauten oder Bürohäusern, legt der Nachwuchs kleine Gärten an. „Urban Gardening“, städtisches Gärtnern, nennt sich dieser Trend, der auch in Kiel auf fruchtbaren Boden fällt.

So haben die Besucherinnen des Mädchentreffs „Rela“ in Hassee eine Fläche zur Bewirtschaftung angemietet, auch der Ellerbeker Jugendtreff „De Twiel“ widmet sich mit Erfolg der Aufzucht von Obst und Gemüse. Gestern schaute Jugend-Dezernentin Renate Treutel im Sportpark Gaarden vorbei, wo Jugendliche ebenfalls ein Stück Natur für sich entdeckt haben.

Przemek Haluch und Marcel Voß (beide 15 Jahre alt) sind nahezu täglich im Einsatz, um Unkraut zu jäten, Rasen zu mähen und den ersten Tomaten im kleinen Treibhaus beim Wachsen zuzuschauen. Salat und Kohlrabi haben sie bereits geerntet. Kartoffeln, Mangold, Schnittlauch und Zwiebeln werden folgen, Peperoni gibt es gleich in drei Varianten als scharf, mittel und milde.

Das „Urban Gardening“ bringt viele Vorteile mit sich. Das hat auch die Fachhochschule erkannt, die sich im Rahmen des Projektes „Soziale Arbeit“ mit der neuen Leidenschaft fürs Gärtnern beschäftigt. Abseits von Computer und Fernseher können die Jugendlichen selbst Hand anlegen und frei bestimmen, welche Sorten sie anbauen. Selbst der Gestank der Brennnessel-Jauche, die als natürlicher Dünger eingesetzt wird, kann ihnen nichts mehr anhaben. „Mit der Zeit wächst die Begeisterung“, haben die Betreuer Rabea Schmidt und Serdar Külahlioglu festgestellt.

Beim „Urban Gardening“ geht es auch um die (Rück-)Eroberung des öffentlichen Raums. Für Renate Treutel ist der Trend deshalb eine spannende, hochpolitische Bewegung: „Es geht um eine völlig neue Lebenskultur mitten in der Stadt.“  

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erstellt am 30.Jul.2015 | 18:27 Uhr

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