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Kiel

11. Dezember 2016 | 03:11 Uhr

Abwärtstrend stoppen : Die Industrie soll wieder eine Zukunft haben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt, IHK und Gewerkschaften unterzeichneten gestern eine gemeinsame „Kieler Erklärung“. Ziel der Initiative sind bessere Bedingungen für die Industrie. Die Branche hat in der jüngsten Vergangenheit die Hälfte ihrer Arbeitsplätze verloren.

So darf es nicht weitergehen. Die Industrie als „Rückgrat der Kieler Wirtschaft“ hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung verloren, seit 1990 hat sich die Zahl der Beschäftigten auf 11  000 halbiert. Um diese Entwicklung zu stoppen und nach Möglichkeit umzukehren, haben Vertreter der Landeshauptstadt, der Gewerkschaften und der Industrie- und Handelskammer (IHK) gestern eine „Kieler Erklärung“ unterzeichnet. Gemeinsames Anliegen: Über verbesserte Infrastruktur, engere Zusammenarbeit etwa mit der Verwaltung und den Hochschulen sowie über ein besseres Image in der Öffentlichkeit soll die Industrie an der Förde wieder eine Zukunft erhalten, sollen neue krisensichere Jobs entstehen.

Die „Kieler Erklärung“ fußt auf dem „Kieler Appell“, der vor zwei Jahren beim „Industriepolitischen Dialog“ entstand und nach den Worten von Peter Seeger (IG Metall) beispielsweise auf der Werft TKMS (ehemals HDW) die Umwandlung der Zeitarbeitsverträge in dauerhafte Beschäftigung zur Folge hatte. Laut Oberbürgermeister Ulf Kämpfer beschreibt die neue Erklärung, „was noch zu tun ist“.

In sieben Einzelpunkten geht es etwa um die Ausweisung neuer Industrieflächen, um die Wirtschaftsfreundlichkeit der städtischen Verwaltung, um ein verlässliches Netzwerk zur Fachkräfte-Sicherung oder auch um die Erreichbarkeit des Standortes Kiel. Verlangt werden auch der schnelle Ausbau der Autobahnen und des Nord-Ostsee-Kanals, intensive Gespräche mit der Bahn und – ohne Wenn und Aber – der Erhalt den Flughafens Holtenau.

Jörg Orlemann als IHK-Hauptgeschäftsführer erinnerte daran, dass „Industrie nicht mehr der alte rauchende Schlot ist. Die heutigen Firmen produzierenden nach modernen Maßstäben und sind weltweit unterwegs.“ An diesem Punkt knüpfte Andreas Eule an, Chef des Walterwerks und gestern Gastgeber der Runde. Sein mittelständisches Unternehmen stellt mit 100 Mitarbeitern Waffelbackmaschinen her. Eule: „Als Weltmarktführer brauchen wir ein starkes industrielles Umfeld.“

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erstellt am 06.Okt.2016 | 18:20 Uhr

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