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Kiel

29. September 2016 | 05:18 Uhr

Stadt-Touren : Die Doppeldecker sollen Kiel erobern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Landeshauptstadt wird als Tourismus-Destination immer interessanter: Spätestens im Juni sollen die ersten zwei Busse vom Hauptbahnhof zu Stadtrundfahrten starten.

Man kennt sie aus London, Barcelona und Berlin, aber auch aus New York und Kapstadt: die Doppeldecker-Busse, oft leuchtend rot lackiert und „oben ohne“, die Touristen zu den Sehenswürdigkeiten der Metropolen dieser Welt kutschieren. Ab Frühsommer gehört auch Kiel zum bunten Spektrum dieser Städte. Während der Saison bis Oktober sollen zwei bis drei Doppeldecker-Busse am Hauptbahnhof starten, ab 2017 sogar vier. Über insgesamt sechs Stopps sollen sie nach Kiel-Holtenau rollen. Das bestätigte Malika Gharred, Betriebsleiterin der Berlin City Tour GmbH, auf Nachfrage. Die Firma gehört dem Stadtrundfahrten-Verbund City Sightseeing Worldwide an, einem der größten Anbieter derartiger Bus-Touren, mit rund 100 Städten weltweit im Portfolio.

Und warum nun ausgerechnet Kiel? Da muss die 33-jährige Malika Gharred nicht lange überlegen. „Ich habe in Kiel an der FH studiert“, sagt die gebürtige Norderstedterin, „Kiel hat Potenzial.“ Seit sechs Jahren lebt sie zwar in Berlin, hat den Tourismus an der Kieler Förde aber stark verfolgt. „Die Entwicklung ist enorm, jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, erklärt Malika Gharred. Im Fokus hat sie dabei besonders die Zahlen der Kreuzfahrt- und Fährgäste, die gewachsen sind. Allein 450  000 Kreuzfahrt-Passagiere werden in Kiel in dieser Saison erwartet. Alles potenzielle Kunden, welche die besonderen Stadtrundfahrten nach dem Prinzip „Hop on, hop off“ buchen könnten, um Kiel auf flexible Weise kennenzulernen.

Das Prinzip am Beispiel Berlin erklärt: Man kauft ein Ticket, 24 Stunden Gültigigkeit, steigt am KaDeWe ein, lässt sich per Kopfhörer etwas zu den Zwischenstopps erzählen oder hört dem Reiseführer an Bord zu, springt am Potsdamer Platz heraus und hakt später Alexanderplatz und Brandenburger Tor auf der Besuchs-Liste ab.

Die genaue Route und die Haltepunkte in der Landeshauptstadt stehen nach Angaben von Malika Gharred noch nicht fest: „Das klären wir noch mit den Behörden, damit wir die Busse der Kieler Verkehrsgesellschaft nicht stören.“Fest stehen bislang nur der Startpunkt Hauptbahnhof und der Endpunkt Holtenau. Auch Sonderfahrten in Kiel und im Umland könnte es geben. Klar ist auch schon jetzt der Fahrkarten-Preis: 19 Euro für Erwachsene, 10 Euro für Kinder.

Dass in Kiel in den kommenden Jahren besonders in der Innenstadt kräftig gebaut wird, macht der Unternehmerin nichts aus: „Das ist kein Problem, seit Jahren gibt es in Berlin viele Baustellen, und alle zwei Tage steigt eine Demonstration.“ Mit dem Kopfhörer-System und einem zusätzlichen Stadtführer sei so etwas flexibel zu lösen, Routenänderungen seien schnell machbar.

Auch wenn noch einige Absprachen mit der Stadt getroffen werden müssten und der Vertrag fürs neue Büro am Kieler Bootshafen noch nicht unterschrieben sei – die 33-jährige Malika Gharred geht davon aus, dass zwei Busse „spätestens im Juni“ starten werden. Gegründet wurde bereits die eigenständige Gesellschaft City Sightseeing Kiel mit Sitz in Berlin, deren Gesellschafterin Malika Gharred ist. Für Kiel wird es eine eigene Projektmanagerin geben. Dazu kommen „mindestens zehn, ab dem kommenden Jahr bis zu 20 Jobs“. Momentan werden etwa sechs bis acht Busfahrer gesucht, zudem Stadtführer, Empfangskräfte, Ticketverkäufer und Promoter. Saisonale Aushilfs- und Studentenjobs also, manche auf freiberuflicher Basis.

Mit wie vielen Fahrgästen sie rechnet, mag Malika Gharred nicht beziffern. Das sei schwer abzuschätzen: „Schließlich gab es so ein Angebot noch nicht in Kiel.“ Bislang gibt es nur Rundfahrten in kleinen Bussen von Kiel-Marketing – in 8-Sitzern. Die Doppeldecker haben je 80 Plätze. Aber mit Kiel-Marketing arbeite sie auch zusammen, anders gehe es gar nicht, so die Berlinerin. Anders als in so manchen wärmeren Metropolen sollen in Kiel übrigens keine Cabrio-Busse mögliche Stationen wie Rathaus, Kunsthalle oder Kiellinie ansteuern. In Kiel wird es Busse mit Schiebedach geben.
 

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erstellt am 10.Mär.2016 | 19:07 Uhr

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