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Kiel

19. Januar 2017 | 07:51 Uhr

Nachhaltigkeit : Der Wildwuchs der Fachhochschule

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit der Einrichtung einer kleinen Wildobstwiese gleich hinter dem Hochhaus setzt die FH ihr Projekt der Nachhaltigkeit fort. Bereits in drei Jahren soll eine gute Ernte möglich sein – zum Nulltarif, versteht sich.

Forschung und Lehre – das soll mehr sein als das Leben in Hörsälen, Bibliotheken, Forschungslabors und stickigen Büros. Viel mehr. Die Fachhochschule Kiel arbeitet seit Jahren an ihrem alternativen Image. Mit Projekten wie dem Bunker-D, mit vielen einzelnen Kunstwerken auf dem Dietrichsdorfer Campus und mit der Anlage kleiner Grünzonen besetzt die FH kulturelle und ökologische Nischen. Gestern wurde eine Obstwiese eingeweiht, auf der Mitarbeiter und Studenten in einigen wenigen Jahren die Früchte ihrer Arbeit ernten und genießen können.

Wie FH-Kanzler Klaus-Michael Heinze sagte, hat sich die Hochschule die Idee der Nachhaltigkeit längst zu eigen gemacht. Mit Katharina Sander gibt es sogar eine eigene Koordinatorin für Nachhaltige Entwicklung. Sie will den Campus in Dietrichsdorf ökologischer machen. Als jüngstes Projekt entstand jetzt auf der früheren „Hunde-Auslauffläche“ gleich hinter dem Verwaltungshochhaus eine Ruhezone mit wetterbeständigen Bänken, mit hochgewachsenen hölzernen Skulpturen – und natürlich mit alten und wilden Obstsorten.

Die Natur wieder zurück in die Städte bringen, das „urban gardening“ (städtisches Gärtnern) fördern – dafür wurde die Wiese als Wohlfühl-Oase angelegt. Die Felsenbirne und die Strauchkirsche, der Seestermüher Zitronenapfel und der Geisinger Wildapfel sollen schon bald FH-Mitarbeitern wie Studenten kostenlos ihre Früchte anbieten und darüberhinaus die tierische Vielfalt unterstützen. Denn sowohl beim Kulturobst wie auch beim Wildobst setzt Katharina Sander auf ein alte regionale Sorten aus hiesigen Klimazonen. Sie schätzt, dass die ersten Früchte bereits in diesem Sommer reifen und in drei Jahren eine gute Ernte möglich ist.

Im gleichen Maße, wie die kleinen Sträucher und Stämme an Wuchs zulegen werden, durchlaufen die Holz-Skulpturen die Phase der langsamen Verwitterung. Das ist gewollt, der Kreislauf der Natur kennt keine Festgrößen, sondern nur ein ständiges Wachsen und Vergehen. So wird aus der kleinen Wiese in Natur-Erlebnisraum. FH-Kanzler Heinze hofft ebenso wie Katharina Sander, dass die FH-Menschen ihre Zeit öfter in der kleinen grünen Idylle verbringen und zumindest im Sommer ihre Mittagspause gelegentlich nach draußen verlegen.

Übrigens: Die schmalen, mitunter sogar grazilen Werke der „Kettensägen-Skulpteurin“ Rosa Treß sind sämtlich aus einem einzigen Holzstück gefertigt. Wer sie auf der wilden Obstwiese bewundern möchte, sollte die Schwentinestraße 13 (24  149 Kiel-Dietrichsdorf) ansteuern. Anfahrt ist auch möglich mit der Fähre ab Reventloubrücke oder mit den Bussen der Linien 11 und 60 ab Hauptbahnhof.

 

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erstellt am 09.Mai.2016 | 19:09 Uhr

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