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Kiel

07. Dezember 2016 | 19:32 Uhr

Jugendkriminalität : Der Nachwuchs wird immer seltener straffällig

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Zahlen sind seit sechs Jahren rückläufig: Der aktuelle Bericht zur Jugendkriminalität in der Landeshauptstadt weist allerdings starke Stadtteil-Unterschiede auf. Doch selbst in Gaarden hat sich die Zahl der Delinquenten in wenigen Jahren halbiert.

Die Jugendkriminalität in der Landeshauptstadt ist weiterhin rückläufig. Schon das sechste Jahr in Folge sinken die Zahlen, wie aus dem aktuellen Bericht des Jugendamtes hervorgeht. Nur etwa jeder 30. Jugendliche (14 bis 17 Jahre) oder Heranwachsende (18 bis 20 Jahre) wurde im Jahre 2015 überhaupt straffällig. Allerdings: Die Entwicklung in den einzelnen Stadtteilen verläuft höchst unterschiedlich.

Gaarden besitzt den höchsten Anteil junger Straffälliger an der Gesamtzahl gleichaltriger Menschen. Die Quote liegt aktuell bei 7,5 Prozent, ist aber im Vergleich zu 2012 (14,2 Prozent) nahezu halbiert. In den Quartieren Nord (2,2 Prozent), Süd (2,7) und Mitte (3,0) ist die Quote am niedrigsten. Stadtweit liegt sie bei 3,6 Prozent. Mettendorf ist der einzige Stadtteil mit steigenden Zahlen. Hinter der Quote von aktuell 5,1 Prozent verbergen sich 38 Jugendliche und 62 Heranwachsende, die in irgendeiner Weise mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind.

Der Bericht zur Jugendkriminaliät liegt dem Innenausschuss der Ratsversammlung vor, er wird auf der Sitzung am Dienstag, 6. September, diskutiert. Das Papier erklärt gleich zu Beginn, warum die verwendeten Zahlen der Jugendgerichtshilfe nicht mit den Tabellen der Polizei vergleichbar sind. Etwa weil nicht Tatverdächtige registriert werden, sondern nur handfeste Anklagen. Und weil es um Taten von Kielern geht, nicht um Taten in Kiel.

Insgesamt sind in Kiel 201 jugendliche und 391 heranwachsende Straftäter registriert worden, zusammen also 592. Drei Viertel sind männlich (447), nur ein Viertel weiblich (145). Zusammen sind sie für 1862 Straftaten verantwortlich. Allerdings: 400 Computer-Straftaten und 224 Vergehen wegen Markenschutzes gehen auf das Konto eines einzigen betrügerischen Duos.

Zieht man diesen Sonderfall ab, erhält auch die Frage nach den Mehrfachtätern eine andere Qualität. Von insgesamt 592 jungen Straftätern ist der überwiegende Anteil (433; 73 Prozent) nur ein einziges Mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten. 131 (22 Prozent) haben jeweils zwei bis fünf Strafteten zu verantworten, und nur 28 (5 Prozent) sind für mindestens sechs Vergehen verantwortlich. Im Jahre 2012 waren es immerhin noch 82.

Insgesamt belegen die sinkenden Zahlen im Bereich der Jugendkriminalität nach Auffassung der zuständigen Stadträtin Renate Treutel, dass sich „die engagierte Präventionsarbeit bewährt hat“. Sie lobt die „vertrauensvolle Kooperation der am Strafverfahren beteiligten Kräfte“.

Der Rückgang der Straftaten seit 2011 zieht sich nahezu durch sämtliche Deliktbereiche. Typische Jugendvergehen sind etwa der Ladendiebstahl (gesunken von 392 auf 174), das Schwarzfahren (241 zu 78) oder die Sachbeschädigung (133 auf 92). Beim Fahren ohne Führerschein hat sich die Zahl der Delinquenten von 118 auf 38 gedrittelt, gleiches gilt für das Fahren unter Alkohol: Sieben Fälle sind gemeldet, 20111 waren es noch 20.

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erstellt am 29.Aug.2016 | 22:41 Uhr

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