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Kiel

11. Dezember 2016 | 01:23 Uhr

Hilfe von Lubinus : Das Wasser ist ihr Element

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die 13-jährige stark sehbehinderte Neele ist eine ausgezeichnete Schwimmerin. Auf dem Weg zu den Paralympics (vielleicht sogar schon 2020) erhält sie finanzielle und medizinische Unterstützung von Lubinus in Kiel.

Sie ist ein ganz normales und fröhliches Mädchen. Und doch ist Neele Labudda aus Lübeck ein besonderes Menschenwesen. Nicht nur weil sie aufgrund eines Gendefekts von Geburt an über nur acht Prozent Sehkraft verfügt. Die 13-Jährige ist zugleich ein außergewöhnliches Schwimmtalent, das sich hohe Ziele gesteckt hat. Mit ihrer Mutter Ulrike kam sie jetzt nach Kiel in die Lubinus-Klinik – dort wird die junge Sportlerin künftig sowohl medizinisch als auch finanziell unterstützt.

Die Schwimmerin Kirsten Bruhn aus Neumünster, eine der bekanntesten und erfolgreichsten Aktiven im deutschen Behindertensport, und Gerd Rapior als Pressesprecher der Lubinus-Stiftung hatten die Verbindung aufgebaut. „Wir haben uns von Neeles Potenzial überzeugt und wollen sie und ihre Familie durch Übernahme von Fahrtkosten sowie einem monatlichen Zuschuss zu den Internatskosten unterstützen“, betont der Lubinus-Vorstandsvorsitzende Otto Melchert.

Neele besucht in Rostock das Christophorus-Gymnasium, das einen Förderzweig für Leistungssportler betreibt. Neele schwimmt seit frühester Kindheit. „Eine Verbindung zum Wasser war schon immer vorhanden, schon zu Hause im Pool“, so Ulrike Labudda. Mittlerweile trainiert Neele jeden Nachmittag, zusätzlich steht zwei Mal in der Woche Frühtraining vor dem Schulunterricht auf der Agenda.

Orientierung findet das nahezu blinde Nachwuchstalent an den Leinen und an den Linien am Beckenboden. Wohl auch ein Grund dafür, dass sie nicht so gerne im See oder der Ostsee schwimmt. „Da ist das Wasser trübe und Wellen mag ich auch nicht so“, sagte sie lächelnd. In der Halle hingegen hat sie bereits mehrere Wettkämpfe absolviert. Ihre größten bisherigen Erfolge waren die Internationalen Deutschen Meisterschaften in Berlin, bei denen Bronze holte. Und ihr hohes Ziel? „Ich hoffe, dass ich es 2020 zu den Paralympics nach Tokio schaffe“, sagt sie voller Optimismus.

Für die gesundheitlichen Grundlagen sorgt Dr. Jörg Löwe, Orthopäde und Unfallchirurg bei Lubinus. „Mit regelmäßigen Untersuchungen wollen wir eventuell auftretenden Problemen durch die starke körperliche Belastung beim Leistungssport vorbeugen“, so der Mediziner. So viel Unterstützung, so viel Training und vor allem solch ein eiserner Wille – was sollte der fröhlichen Neele auf dem Weg zu den Paralymics noch im Wege stehen.  

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erstellt am 23.Aug.2016 | 11:38 Uhr

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