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Kiel

05. Dezember 2016 | 21:44 Uhr

Christopher-Street-Day : Bunte Parade gelebter Toleranz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unter den 800 Teilnehmern, die zum Christopher-Street-Day durch die Kieler Innenstadt zogen, war auch Bildungsministerin Britta Ernst. Die Botschaft der Demonstration ist klar: Keine Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder sexueller Orientierung!

Zwei Wochen lag wehte auf dem Rathausbalkon die Regenbogenfahne – zwei Wochen lang feierten (nicht nur) Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle in Kiel mit Rathausempfang, Kultur- und Informationsveranstaltungen sowie Partys den Christopher-Street-Day (CSD). Zum Höhepunkt, der Parade, wurde am Sonnabend dann noch ein Rekord aufgestellt: Über 800 Teilnehmer nahmen nach übereinstimmender Schätzung von Veranstaltern und Polizei an der Parade durch die Innenstadt teil und machten bunt, schrill und laut auf sich aufmerksam.

Das Motto in diesem Jahr lautete: „Wer Toleranz pflanzt, wird Akzeptanz ernten“. Thorsten Brandt, Vorsitzender des Kieler CSD-Vereins, betonte, dass neben der Forderung nach Akzeptanz auch Toleranz gefordert wird – nicht nur gegenüber der Szene, sondern – und auch gerade – von der Szene. Denn selbst dort, wo man es eigentlich kaum erwartet, gibt es teilweise Vorbehalte anderen gegenüber.

Was sagen die Teilnehmer? Tanja (17) aus Bordesholm und die in Polen geborene Klara (18) aus Kiel sind befreundet, aber kein Paar. Beide hatten in ihrem Umfeld keine Probleme mit ihrem Coming-out und sind anderen gegenüber uneingeschränkt tolerant. Tanja bringt es mit einem Satz auf den Punkt: „Mensch ist Mensch!“ Ariane Agnew (48) aus Kiel ist mit ihrer lesbischen Tochter Ayenna (21) nicht zum ersten Mal beim CSD dabei. Auf ihrem T-Shirt steht der Spruch „Ich bin ein Hetero mit Toleranz“, das fällt auf. Allerdings räumt sie ein, dass Toleranz aufgrund persönlicher schlechter Erfahrungen auch durchaus mal bröckeln kann.

Da Sozialministerin Kristin Alheit als CSD-Schirmherrin am Samstag verhindert war, überbrachte Bildungsministerin Britta Ernst die Grüße der Landesregierung. Sie wies darauf hin, dass rechtlich bereits viel erreicht wurde. Doch: „Das Recht ist die eine Seite, die andere ist die Gesellschaft“, betonte die Ministerin. Respekt vor Minderheiten sei Aufgabe der gesamten Gesellschaft.

Nach ihren Worten sind etliche Flüchtlinge gerade wegen ihrer Sexualität aus ihrer Heimat geflohen. Dieses Anliegen ist auch Thorsten Brandt wichtig. „Es ist wichtig, dass diese Flüchtlinge eine eigene Unterkunft bekommen, um den Anfeindungen anderer Flüchtlinge zu entkommen“, erklärte der CSD-Organisator. Die gerade in heutigen Tagen wichtige Toleranz und Akzeptanz anderen Menschen gegenüber kann man aber ganz einfach lernen. Wie das geht: „Vorurteile baut man am besten ab, wenn man sich kennt“. Und genau dazu sollten die beiden CSD-Wochen in Kiel beitragen.  

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erstellt am 31.Jul.2016 | 17:59 Uhr

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