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Kiel

07. Dezember 2016 | 09:49 Uhr

Angriff in Kiel-Gaarden : Brutale Attacke auf Polizisten - Angeklagter gesteht

vom

Der Polizist musste nach dem Angriff operiert werden - und war zweieinhalb Monate dienstunfähig.

Kiel | Im Prozess um eine brutale Faustattacke auf einen Polizeibeamten in Kiel hat ein 21-jähriger Angeklagter seine Schuld gestanden. Der 37-jährige Beamte erlitt durch den Faustschlag am 30. Juli während einer nächtlichen Polizeikontrolle im Stadtteil Gaarden Frakturen des Joch- und Nasenbeins sowie der Augenhöhle. Er musste operiert werden und war zweieinhalb Monate dienstunfähig.

Nach Angaben einer Rechtsmedizinerin hatte der 37-jährige großes Glück, dass er nach der Attacke nicht auf den Hinterkopf stürzte. Dann hätten die Folgen ein tödliches Hirnödem oder Ersticken durch das Einatmen von Blut sein können. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung.

„Ich wollte auf keinen Fall, dass Sie so schwer verletzt werden“, sagte der junge Mann zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht am Dienstag zu dem Beamten. Er bat um Entschuldigung. Der aus vollem Lauf geführte überraschende Schlag traf den 37-Jährigen mit großer Wucht von der Seite. Etwas kam „angeflogen“, sagte der Beamte. Er habe die Gefahr nur aus dem Augenwinkel wahrnehmen können, dann habe ihn schon ein Schlag, heftig „wie mit“ getroffen.

Zu dem brutalen Übergriff kam es laut Anklage im Zuge der polizeilichen Überprüfung von zunächst etwa zehn jungen Männern Anlass der Polizeiaktion kurz vor Mitternacht: Aus dieser Gruppe heraus sollen zwei in einem Polizeiwagen sitzende Beamte mit einem Laserpointer geblendet worden sein. Der später verletzte Beamte gehörte zur herbeigerufenen Verstärkung.

Die anfänglich noch ruhige Situation eskalierte demnach, als die Beamten begannen, die herumstehenden Männer und zwei Fahrzeuge auf der Suche nach dem Laserpointer zu überprüfen. Der Angeklagte, der polizeibekannt und einschlägig vorbestraft sein soll, beleidigte der Anklage zufolge eine Beamtin und ihre Kollegen heftig und unflätig. 

Auch die Polizisten sollen in ihren Äußerungen nicht zimperlich gewesen sein. Nach Darstellung des Angeklagten, die er über seinen Anwalt verlesen ließ, habe sich die Situation auch durch das Verhalten der Beamten hochgeschaukelt. Er habe sich durch deren aggressives Verhalten auch gegenüber seinem Bruder provoziert gefühlt, der den Polizeieinsatz fotografieren wollte, ließ der 21-Jährige wissen.  Der verletzte Beamte ist in dem Verfahren auch Nebenkläger. Nach Angaben seines Rechtsanwalts wird er nach Abschluss des Prozesses ein möglicherweise fünfstelliges Schmerzensgeld fordern. Der auf drei Tage anberaumte Prozess wird am Freitag fortgesetzt. 

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erstellt am 01.Nov.2016 | 14:54 Uhr

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