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Kiel

09. Dezember 2016 | 16:36 Uhr

Zum Wintersemester : Besondere Hilfe bei der Wohnungssuche

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Projekt des Studentenwerks hilft generationsübergreifenden Wohnpartnerschaften zwischen Studierenden und meist älteren Kielern auf die Sprünge.

Je näher der Semesterbeginn rückt, desto größer wird die Not bei der Wohnungssuche, weil nun viele Studenten in der Stadt eine neue Bleibe suchen. Allein die Kieler Uni wird zum kommenden Herbstsemester wohl insgesamt rund 26  000 Studenten verzeichnen – darunter rund 6000 neue Studierende, etwa 1000 mehr als im Vorjahr. Und der Wohnungsmarkt besonders auf dem Westufer ist umkämpft, WG-Zimmer sind begehrt und einer der rund 3000 Wohnheimplätze in der Landeshauptstadt schwer zu bekommen. Auf der Warteliste stehen aktuell 600 Interessenten. Verschärfend: In diesem Jahr stürmen zwei Abiturjahrgänge an die Hochschulen, auch in Kiel. Immer häufiger lassen sich Studierende darum inzwischen von Alexandra Dreibach helfen. Dreibach betreut das ungewöhnliche Projekt „Wohnen für Hilfe“ des Studentenwerks Schleswig-Holstein, das sie seit 2013 aufbaut.

Dabei wohnen Studenten – in- oder ausländische – zur Untermiete bei einem „Wohn-Partner“ oder in einer Familie. Sie wohnen dort nahezu kostenfrei, zahlen lediglich Nebenkosten. Dafür verpflichten sie sich zur Unterstützung ihres Vermieters zum Beispiel im Haushalt und Garten oder beim Einkauf. Ein Zimmer von zwanzig Quadratmetern bedeutet zwanzig Stunden Hilfe im Monat. So lautet die Faustregel. Schon längerfristig bestehen rund 50 bis 60 sogenannter generationenübergreifender Wohnpartnerschaften. „Die Zahl ist stabil“ sagt Alexandra Dreibach. Weil die Fluktuation bei Studenten jedoch recht hoch sei, habe sie in der Vergangenheit bereits etwa 120 solcher WGs vor allem mit älteren Vermietern auf die Sprünge geholfen – oft am Kieler Stadtrand, aber auch im Umland.

Und die Nachfrage ist jetzt groß. Vor ihrem Büro im Stadtteil Wik am Steenbeeker Weg sitzen zwei Studenten, die nur Englisch sprechen. Dreibach rät ihnen, einen Bewerbungsbogen auszufüllen und ihn später bei ihr abzugeben. In einem Ordner haben sich bereits 80 Bewerbungsbögen angesammelt. Besonders Interessenten aus dem Ausland wie Iran, Aserbaidschan, Rumänien, Vietnam, Indien oder China, aber auch aus den USA haben dort Namen, Foto, persönlichen Hintergrund, Hobbys und Erwartungen für eine Wohnpartnerschaft hinterlassen. Auch Anbieter von Wohnraum melden sich bei der Projektleiterin. Dreibach hat etwa 160 Angebote, aber noch nicht alle vermittelt. „Viele Unterkünfte sind einfach, aber solide“, sagt sie. Manchmal seien sogar „kleine Paradiese“ darunter. Anhand aller Informationen versucht Dreibach, geeignete Kandidaten miteinander zu „verkuppeln“. Nicht immer gelingt dies erfolgreich. „Sicherlich treten auch mal kulturell bedingte Reibungen auf“, sagt sie. Aber grundsätzlich gebe es wenig Probleme: „Manche haben schon den dritten Studenten“, so Dreibach.

Das Studentenwerk lädt Wohnraum-Anbieter und Studierende ein zur Informationsveranstaltung bei Kaffee und Torte am Donnerstag, 16. September, 14 Uhr, im ICK-Punkt (Sechseckbau), Westring 385, in Kiel. Teilnehmer von Wohnpartnerschaften berichten, und es gibt die Möglichkeit sich beim Plausch kennenzulernen und vielleicht sogar ganz neue WGs zu gründen.

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erstellt am 13.Sep.2016 | 06:17 Uhr

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