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Kiel

18. Januar 2017 | 07:14 Uhr

Kieler Krematorium : Am Sonnabend ist Tag der offenen Tür

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vor genau 100 Jahren nahm das Kieler Krematorium seinen Betrieb auf. Am Sonnabend können sich die Gäste beim Tag der offenen Tür über die Feuerbestattung informieren und die modernen Anlagen in Augenschein nehmen. „Wir wollen den Bürgern zeigen, dass Tod und Bestattungen keine Tabuthemen sind“, so Ralf Paulsen, Geschäftsführer des Bestattungshauses Paulsen.

In Kiel sind heute 85 Prozent aller Bestattungen Feuerbestattungen. Das war nicht immer so. Über Jahrhunderte waren sie unüblich, oft sogar verboten. Erst im 19. Jahrhundert wurden sie wieder Thema – aus hygienischen Gründen und weil der Platz auf den Zentralfriedhöfen knapp wurde. 1878 ging das erste deutsche Krematorium in Gotha in Betrieb, im Kieler Krematoriums wurde im Februar 1916 als Erster der Reeder F.-J.-A. Paulsen eingeäschert. 1923 wurde ein zweiter Ofen in Betrieb genommen, auch eine Trauerhalle war dem Krematorium angeschlossen.

Ralf Paulsens Vater Klaus-Peter störte sich besonders an der Bürokratie, mit der Einäscherungen in städtischen Krematorien einhergingen. Er gründete 1994 mit Kollegen einen Feuerbestattungsverein, um Krematorien auch privat zu betreiben. Nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen war er im Jahr 2000 am Ziel, wenig später kam das Angebot der Stadt Kiel, ihr Krematorium zu kaufen.

Heute betreibt die Feuerbestattungen Schleswig-Holstein GmbH, die aus dem Verein hervorgegangen ist, auch die Krematorien in Lübeck und Tornesch. Allein in Kiel können in den vier Öfen, die von 4 Uhr morgens bis 21 Uhr abends laufen, über 30 Einäscherungen pro Tag vorgenommen werden. Das Personal ist geschult, wie Paulsen betont. Alle Mitarbeiter haben einen handwerklichen Beruf erlernt und eine Zusatzqualifikation zum Kremationstechniker absolviert. Zu ihnen gehört Michael Huke (49). „Anfangs ist die Arbeit am Ofen schon ungewohnt. Aber danach ist es ein Job wie jeder andere“, sagt er. Und Paulsen ist überzeugt: In absehbarer Zeit wird der Kremationstechniker zum Ausbildungsberuf.


> Informationstag Krematorium Kiel, Eichhofstraße 52, Sonnabend, 5. November, 10 bis 16 Uhr.


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erstellt am 03.Nov.2016 | 18:52 Uhr

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