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Kiel

04. Dezember 2016 | 21:29 Uhr

Night of the Profs : 8000 Gäste bei den Zahlen-Meistern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ob es sich nun um die HSH-Verschuldung, um Quantensprünge oder um die Abrechnung beim Jüngsten Gericht handelte – die „Night of the Profs“ an der Kieler Universität punktete wieder mit ungewöhnlichen Vorträgen. „Zahlen, bitte!“ war der Abend überschrieben.

Viel Trubel herrschte am vergangenen Freitagabend auf dem Campus der Christian-Albrechts-Uiversität (CAU) in Kiel. Die „Night of the Profs“, die bereits zum elften Mal stattfand, zog 8000 Besucher in ihren Bann. Das hat jedenfalls Uni-Pressesprecher Boris Pawlowski später errechnet. „Zahlen, bitte!“ lautete das Motto der beliebten Veranstaltung.

Das Audimax und andere Gebäude waren in lila Licht getaucht. Professoren und Doktoranden aus allen acht Fakultäten hielten Vorträge, die Stimmung war wie üblich locker bis ausgelassen. Dafür sorgte auch der Verkauf von Glühwein, Bier und Bratwurst, die man ausnahmsweise mit in die Hörsäle nehmen durfte. Und gerade als Peter Nippel den Zuhörern im Frederik-Paulsen-Hörsaal zu später Stunde Zahlen zur HSH Nordbank an den Kopf zu werfen begann, ploppten zahlreiche Bierflaschen, was auch den Dozenten amüsierte.

Nippel hatte eine Zahl dabei, über die selbst fachfremde Zuhörer schmunzeln mussten. Er zeigte auf der Leinwand, dass die öffentliche Hand im Jahr 2015 die hochverschuldete HSH Nordbank nur noch mit einem einzigen Euro stützte.

Von ähnlichen Erfahrungen aus der Vorlesung über „Quantensprünge“ berichtete Frank Aschoff: „Das war sehr populär und lustig dargestellt.“ Wobei nicht jeder Professor eine Zahlenflut oder zumindest ein par markant Zahlen lieferte. Mancher Fachmann interpretierte den Titel der Veranstaltung wortspielerisch um. So dozierte Hartmut Rosenau, Professor für Systematische Theologie, unter dem Titel „Die große Abrechnung“ ganz launig über das Jüngste Gericht.

„Da war viel Leidenschaft bei den Doktoranden“, lobte Svea Seehafer die Science Show der Nachwuchswissenschaftler Sie war mit Freunden, mit denen sie Medizin im fünften Semester studiert, bei der „Night of the Profs“ unterwegs. Medizinische Themen hatten sich Ulla Bruhn-Rath und Karl Rath aus Osterby bei Eckernförde ausgesucht. Sie waren bereits in den Vorjahren dabei: „Es gibt hier eigentlich immer gute Veranstaltungen.“

Das große Gedränge bei der Kult-„Night“ mit verstopften Gängen und hoffnungslos überfüllten Hörsälen wollten die Organisatoren diesmal übrigens vermeiden – schon aus Sicherheitsgründen. Das neue Konzept erlaubte nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern in den Häusern. Und so wurde das Motto „Zahlen, bitte!“ zu „Zählen, bitte!“.  

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erstellt am 20.Nov.2016 | 18:12 Uhr

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